12.300 Punkten: Deutsche Bank setzt Prognose Dax bis Ende 2019

Die Vorhersagen sind zum größten Teil Spekulationen, die auf veralteten Fakten basieren. Daher ist es fast unmöglich, dass das Ergebnis präzise ist. Kurzfristige Veränderungen oder politische Verwerfungen finden darin keine Berücksichtigung und sind nicht planbar. Deshalb nutzen die Fachleute die derzeitige Ausgangslage und die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Daten. Auch der Blick in die Vergangenheit hilft ihnen. Sie vergleichen die jetzige Ausgangslage mit Situationen aus vorigen Jahren und schließen daraus, welche Auswirkungen diese auf den Markt haben.

Dass Fachleute keine Wahrsager sind, sondern Personen, die im Nachhinein erklären können, weshalb sie sich zuvor irrten, beweist Ulrich Stephan. Er ist Chef-Anlagestratege bei der Deutschen Bank und ging davon aus, dass der Dax dieses Jahr bei ungefähr 14.000 Punkten beendet. Doch der deutsche Leitindex liegt momentan bei ungefähr 11.300 Zählern. Eine Erklärung für diese Fehleinschätzung hat Stephan parat. Durch die hervorragende Marktlage und die Stimmung in der Wirtschaft ließ er sich zu dieser Annahme verleiten. Dieser Boom flaute aber schnell ab, weswegen seine Vorhersage nicht eintraf.
Alle Finanzprofis sind daher nun vorsichtiger und gehen behutsamer vor. Für sie liegt ein möglicher Endstand bei 12.300 Punkten.


Das allgemeine Zukunftsbild

Die Finanzstrategen erwarten größere Schwankungen, die mit verschiedenen Entwicklungen zusammenliegen.
So ist der Handelsstreit zwischen den USA und China ein wichtiger Aspekt. Die beiden Handelsgroßmächte bekämpfen sich derzeit und sprechen auf Waren des Gegners Strafzölle aus. Geht dieser Konflikt so weiter, dann ist davon die gesamte Weltwirtschaft betroffen.

Schon jetzt haben einige Branchen Schwierigkeiten. Im Automobilsektor mussten die Verantwortlichen starke Verluste hinnehmen. Analysten gehen davon aus, dass der Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Reich der Mitte dafür verantwortlich sind. Auch die Drohungen Trumps, dass er europäische und andere Fahrzeuge mit Strafzöllen belegen möchte, wirken sich negativ aus. Es kursieren Spekulationen, dass der amerikanische Präsident in den nächsten Tagen oder Wochen ein Dekret unterschreibt, welches zu einer künstlichen Verteuerung der Fahrzeuge führt und sich auf die Konkurrenzfähigkeit auswirkt.

Politische Konflikte spielen ebenfalls eine Rolle. Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine nehmen wieder zu. Die Gaslieferungen, die Russland an die EU tätigt, könnten betroffen sein, wenn sich die Situation weiter aufheizt. Höhere Ölpreise wären die Folge, was sich auf die Kaufkraft der Bürger und die Wirtschaftlichkeit der Firmen auswirkt.

Zudem ist noch offen, ob der Brexit scheitert, oder das jetzt ausgehandelte Abkommen ratifiziert wird. Ein ungeordneter Austritt hätte schlimme Folgen und würde zum Chaos in der Wirtschaft und an den Finanzmärkten führen. Unternehmen, die in Großbritannien tätig sind, sind davon besonders betroffen. Recherchen und Analysen ergaben, dass die Betriebe nur unzureichend auf eine solche Situation vorbereitet sind.

Innerhalb Europas bereitet den Anlegern zusätzlich Italien Sorgen. Die dortige Regierung geht auf Konfrontation zur EU wegen des eigenen Haushalts. Das Defizit ist enorm und verunsichert die Marktteilnehmer.


Tipps für die Zukunft

Neben den großen Indizes gibt es weitere Möglichkeiten zur Geldvermehrung. So ist das Anlegen in Unternehmen, die im Index S&P 500 vertreten sind eine gute Variante. Hier erwarten den Investor hohe Wachstumspotenziale und zukunftsträchtige Geschäftsmodelle. Zusätzlich ist im Dax die Diversität zu klein. Dort sind beispielsweise zu viele Automobilkonzerne vertreten, welche den Kurs überproportional beeinflussen.

Interessant bleibt ferner der Blick auf die Kryptowährungen. Diese unterliegen starken Schwankungen und mussten Kursabfälle hinnehmen. Doch viele Experten gehen davon aus, dass die Talsohle durchschritten ist und die Nachfrage wieder steigt.