3 Fragen zum Handelskonflikt: "Trumps Ankündigung ist mit Vorsicht zu genießen"

Wie geht es weiter im Handelskonflikt? William Davies, Head of Global Equities, und Maya Bhandari, Fondsmanagerin Multi-Asset, beide von Columbia Threadneedle, erläutern im Interview ihre Sicht der Dinge.

Der Ton im Handelskonflikt zwischen den USA und China wird immer schärfer. Wie lautet Ihre Einschätzung dazu?

Davies: Logischerweise liegt es im Interesse beider Länder, eine Einigung zu erzielen. Es ist jedoch äußerst schwierig, die jeweiligen Strategien von Präsident Trump und Präsident Xi Jinping vorherzusagen, die beide starke Führer sind. Wenn sich das Rennen der US-Präsidenten vor November 2020 beschleunigt, würde man erwarten, dass Präsident Trump alle Folgen vermeidet, die die Wirtschaft und damit den Aktienmarkt schädigen könnten. Aber seine kürzliche Ankündigung eines Zolls von 10 Prozent auf die restlichen 300 Milliarden US-Dollar chinesischer Waren, der am 1. September in Kraft treten soll, ist mit Vorsicht zu genießen.

 

Was bedeutet das für die Finanzmärkte?

Davies: Eine Sackgasse in den Handelsgesprächen könnte zu einer deutlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Aussichten führen. Das Ergebnis für Unternehmen wäre eine Reduzierung der zukünftigen Cashflows und Gewinnprognosen, was einen Gegenwind für die Aktienbewertungen schaffen würde. Für Hersteller, die in die USA verkaufen, wird es auch schwierig, sich für eine Produktionsstätte in China, Thailand oder in den USA zu entscheiden. Die offensichtliche Reaktion ist, jegliche Investitionen in die Produktion zu verzögern.

 

Wie reagieren Sie in Ihren Portfolios auf die jüngsten Entwicklungen?

Bhandari: In Multi-Asset-Portfolios sind wir seit Ende Februar zunehmend weniger konstruktiv in Bezug auf das Aktienrisiko und optimistischer in Bezug auf Unternehmenskredite.