Der Weltuntergang ist so nah wie seit 65 Jahren nicht mehr

Zum ersten Mal seit 1953 steht die Weltuntergangsuhr auf zwei Minuten vor Mitternacht. Beim letzten Mal war die Wasserstoffbombe dafür verantwortlich, heute ist es die Klimapolitik der USA. Nick Clay, Head of Global Income bei Newton1, glaubt an die Märkte und bleibt angesichts drohender Untergangsszenarien ruhig.

Die Weltuntergangsuhr, der berühmte Indikator für die drohende Gefahr der „atomaren Katastrophe und des Endes der Menschheit“, die 1947 erstmals von der Zeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“ veröffentlicht wurde, steht aktuell auf zwei Minuten vor Mitternacht.

Das letzte Mal war dies 1953 der Fall, als das US-Militär die Wasserstoffbombe entwickelte.

Die Uhr hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und umfasst jetzt auch weitere Bedrohungen für die Gesellschaft, wie Klimawandel, Biowaffen, Cybersicherheit und die „cavalier and reckless language“, d. h. die Arroganz und Ignoranz von Donald Trump. Sie ist ein allgemein akzeptiertes Maß für den weltweiten Gefährdungszustand, und seit die USA sich aus dem Pariser Klimaschutzübereinkommen zurückgezogen haben, scheint sich diese Bedrohung noch verschärft zu haben.

Wie behält also ein globaler Fondsmanager – insbesondere ein ertragsorientierter – angesichts des bevorstehenden „Untergangs“ die Nerven?
Nick Clay, Leiter der Newton Global Income Strategie, hat Übung darin, das Hintergrundrauschen auszublenden, auch dank seines Prozesses.
„Manchmal überrascht mich, dass sich die Märkte nicht um Trump und sein Umfeld zu scheren scheinen. Sie sprechen ihm teflonähnliche Eigenschaften zu, als ob ihm nichts etwas anhaben könnte. Daher denke ich, dass die Vorstellung eines unmittelbar bevorstehenden Harmagedon uns von den eigentlichen Fakten ablenkt.“
Viele positive Signale

Clay verweist auf die Tatsache, dass die US-Märkte Rekordhöhen erreichen, die Wall Street den längsten Bullenmarkt der Geschichte bestätigt hat, und sagt, dass die meisten Hinweise die Tatsache stützen, dass viele Anleger sich eines bestimmten Ergebnisses fast sicher sind.
„Sie sind davon überzeugt, dass die Zinsen steigen werden, die Konjunktur ordentlich anzieht und sich dies schon sehr bald in den Unternehmensgewinnen niederschlagen wird.“
Vielleicht ist das alles nur ein Störgeräusch: Die Weltuntergangsuhr, Trump, die Handelskriege, der Klimawandel und die daraus resultierende Volatilität sorgen für beunruhigende Nachrichten. Clay jedoch lässt sich durch dieses Hintergrundrauschen nicht beirren und ist dankbar für eine Strategie, die es ihm ermöglicht, gegen den Strom zu schwimmen.

„So werden wir daran gehindert, mit der Masse zu laufen. Das ist nicht immer einfach, denn es ist unser menschlicher Instinkt, Geborgenheit in der Gruppe zu finden“, ergänzt er.
Wir sollten uns nicht von den Schwarzmalereien in die Irre führen lassen. Wenn sich die Märkte angesichts des Risikoniveaus sorglos verhalten, ist jetzt wahrscheinlich der richtige Zeitpunkt, um sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die voraussichtlich längerfristig überleben werden, meint Clay.
„Dieses Jahr zeigten sich die Märkte volatiler als letztes Jahr“, ergänzt er.

 

Vorsicht auf dem Weg nach unten

Clay zieht den Vergleich zum Bergsteigen und erinnert daran, dass sich die meisten Unfälle auf dem Abstieg ereignen, weil alle Kräfte und Ressourcen bereits auf dem Aufstieg verbraucht wurden.
„So ist es auch beim Investieren. Es fällt viel mehr Gewicht, die schlimmsten zehn Tage zu verpassen als die besten zehn Tage zu gewinnen. Daran müssen wir uns bei unseren Investments orientieren. Wir müssen einkalkulieren, dass die Fed ihren Straffungszyklus fortsetzt, sich das Wirtschaftswachstum in China verlangsamt, Europa enttäuschende Konjunkturdaten vorlegt und die Unsicherheit über einen Handelskrieg anhält. All dies sind Risiken für die Märkte und das Wirtschaftswachstum und damit für das Wachstum der US-Unternehmensgewinne.“

Seines Erachtens verändert sich das aus Sicht eines ertragsorientierten Anlegers, zumal in den letzten Quartalen die Steuersenkungen in den USA, die einmalige Vorgänge darstellen, bereits berücksichtigt wurden. Damit rückt die Notwendigkeit, sich auf die Fundamentaldaten, d. h. auf starke Bilanzen und stabile Ertragsprofile, zu konzentrieren, wieder in den Vordergrund.
„Ich denke, die Anleger werden sich allmählich umorientieren und ihren Fokus weg von Unternehmen mit starkem Dividendenwachstum als Zeichen eines gesunden Unternehmens hin zu Unternehmen verschieben, die eine gute und nachhaltige Anfangsrendite aufweisen.“

„Eine solide absolute Rendite ist wichtiger, und viele der finanziellen ‚Tricks‘ – wie Steuererleichterungen oder Refinanzierungsbilanzen – sind erschöpft. Wir müssen zu starken Fundamentaldaten zurückkehren, und das ist viel schwieriger.“

„In volatileren Märkten ist eine nachhaltige Anfangsrendite von 4 % besser als 2 % mit einer Wachstumsaussicht von 20 %.“

 

1 Die Investmentmanager werden von BNY Mellon Investment Management EMEA Limited (BNYMIM EMEA) oder daran angeschlossenen Fondsanbietern mit dem Portfoliomanagement für Produkte und Dienstleistungen für Kunden von BNYMIM EMEA oder der BNY Mellon-Fonds beauftragt.

 

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