75.000 Arbeitsplätze durch Crowdfunding

Crowdfunding als Nischenfinanzierungsform 

Bisher galt die Finanzierung per Crowdfunding eher als Nischenerscheinung. Im Jahr 2017 flossen demnach in Deutschland 200 Millionen Euro in 632 verschiedene Projekte. 63 Millionen Euro gingen direkt an die Unternehmen. Dahingegen ist die Finanzierung durch Banken nahezu übermächtig, denn jährlich werden hier 1,3 Milliarden Euro in Form von Krediten an Selbständige und Unternehmen ausgezahlt.

Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass die Crowd-Finanzierung von Unternehmen eher als Spielerei empfunden wird. Das Crowdfunding zielt insbesondere auf junge Unternehmen ab, sodass es auch nicht selten ist, dass rund 30 Prozent der Finanzierung in wenigen Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage geraten. Dennoch vermitteln mittlerweile 17 Plattformen Finanzierungen auf dem deutschen Markt. Allerdings werden 80 bis 90 Prozent des Gesamtmarktes von vier Plattformen beherrscht. Die größte Plattform ist Funding Circle mit einem Marktanteil von 78,5 Prozent. Insbesondere der Umstand, dass Funding Circle auf etablierte Unternehmen setzt, trägt zum Erfolg der Plattform bei.


Funding Circle möchte Mittelständler finanzieren 

Die Zielgruppe von Funding Circle sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Diese stellen laut der Plattform die Helden der Wirtschaft dar und haben durch ein mehr an Kapital den größten Einfluss auf Arbeitsplätze und Produktivität. Allerdings kann die Volkswirtschaft aufgrund eines zerrütteten Finanzsystems nicht vom Potenzial dieser Unternehmen profitieren.

Um die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der eigenen Finanzierungen besser beurteilen zu können, hat Funding Circle das Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics dazu beauftragt, eine Untersuchung durchzuführen. Dabei wurden vier Länder betrachtet, in denen die Plattform Finanzierungen vermittelt. Vor allem Großbritannien und die USA machen einen Großteil des Geschäfts aus. Doch auch Deutschland und die Niederlande wurden im Rahmen der Untersuchung betrachtet. Das Ergebnis der Studie belegt, dass durch die Crowd-Finanzierung rund 75.000 Arbeitsplätze geschaffen werden konnten. Für die Weltwirtschaft bedeutete dies einen Zusatzbeitrag von 4,4 Milliarden Euro. Zusätzlich wurden auch 1,5 Milliarden Euro an Steuern generiert. Auf dem deutschen Markt läge dieser Beitrag zwar nur bei 103 Millionen Euro, allerdings hatten die Kredite auch keinen größeren Einfluss.

Des Weiteren kann sich die Plattform klar von anderen Crowdfundern unterscheiden. Demnach fokussierten sich rund zwei Drittel der Finanzierungen auf etablierte Unternehmen. Allerdings wurden schlussendlich auch nur 40 Prozent des realisierbaren Kreditvolumens vergeben. Beeindruckend ist auch die Ausfallrate, welche auf dem britischen Markt bei lediglich fünf Prozent liegt. Auch Anleihen der Bonitätsstufe BB haben ein vergleichbares Ausfallrisiko. In Bezug auf den deutschen Markt liegt die Ausfallrate bei rund 10 Prozent. Allerdings liege das an der Übernahme der Rocket-Internet-Tochter Zencap. In den folgenden Jahren wird eine Verbesserung erwartet. Demnach soll in 2018 eine Nettorendite von 5 bis 6 Prozent erreicht werden.