ABB verkauft Stromnetzsparte an Hitachi

Der Schweizer Energie-Konzern ABB veräußert seine Stromnetzsparte an das japanische Unternehmen Hitachi. Damit beginnt die Umrüstung bei ABB, die zwar bereits vor einigen Jahren begonnen hat, aber bisher noch nicht die Ergebnisse einbrachte, die sich Aktionäre und Geschäftsführung von der Umstellung erhofft haben. Der Verkauf der Energie-Sparte soll auch aufgrund des Drucks eines großen schwedischen Investors passiert sein, der eine deutliche Beschleunigung der neuen Strukturierung in dem Schweizer Traditionsunternehmen erwartet.

Es soll vor allem der Investor Cevian gewesen sein, der auf den Verkauf des Stromnetzgeschäfts gedrängt hat. Damit sollen die angekündigten Veränderungen im Konzern beschleunigt werden. 2017 hat die Sparte über 10 Milliarden Dollar Umsatz gemacht, über 36.000 Menschen sind in diesem Bereich des Konzerns momentan angestellt. Der Verkauf an den direkten Konkurrenten Hitatchi ist auch ein Zeichen dafür, dass sich ABB noch ein wenig mehr auf die Anforderungen der technischen Entwicklungen in den letzten Jahren einstellt.

Der Konzernchef Ulrich Spiesshofer hatte dem Unternehmen in den vergangenen Jahren einen deutlichen Sparkurs verordnet. Auch hier wurde festgestellt, dass der Konzern sich vielleicht zu spät auf Digitalisierung und andere Entwicklungen in den letzten Jahren ausgerichtet hat. Somit waren die Zahlen eher hinter den Erwartungen geblieben. Aber auch der Sparkurs hat bei dem Konzern nicht die Ergebnisse eingebracht, die man zu Beginn erwartet hatte. Wirft man zum Beispiel einen Blick auf einen Vergleich der Papiere von ABB mit denen von Siemens aus Deutschland, so ist die Entwicklung bei ABB deutlich schlechter gewesen.

Hitachi zahlt nun etwa 7,5 Milliarden Dollar für die Stromsparte. Das Geld soll in Form von Aktienrückkäufen und anderen Maßnahmen an die Aktionäre des Unternehmens ausgeschüttet werden. Zudem hat der Konzern die Option, neben den bereits verkauften 80 Prozent der Anteile auch noch den Rest zu veräußern.


Aktie ist nach dem Verkauf deutlich im Plus

Vorbörslich ist die Aktie um vier Prozent gestiegen. Auch die allgemeinen Erwartungen werden von den Verantwortlichen im Konzern nach oben gedrückt. So sieht man den Verkauf als den Start eines neuen Kapitels für das Unternehmen. Oberstes Ziel durch die Veräußerung der Sparte ist es, dass die Dividenden in der Zukunft konkurrenzfähig sind. Gerade hier hatte ABB in den letzten Jahren im Vergleich mit der Konkurrenz aus dem europäischen Ausland deutliche Nachteile gehabt. Darüber hinaus soll das Sparkurs fortgeführt werden: Mittelfristig sind Einsparungen von bis zu 500 Millionen Dollar im Jahr eingeplant.

Investoren und Aktionäre sehen sich im gleichen Maße bestätigt. Sie unterstützen den Vorstand in der Entscheidung für die neue Ausrichtung und erhoffen sich weitere Schritte in die richtige Richtung. Auch der Investor Cevian, der hinter dem Druck für die Abspaltung der Stromsparte stand, zeigt sich erfreut über den gelungenen Verkauf. Man hält derzeit etwa fünf Prozent am Konzern und überlegt sich, wie man in den nächsten Jahren ABB noch weiter konkurrenzfähig machen und für den neuerlichen Wettbewerb auf dem internationalen Markt aufstellen kann.