Abgabe der Steuererklärung versäumt - wie verhält man sich nun?

Knapp ein halbes Jahr Zeit haben diejenigen, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Doch es kann schon mal passieren, dass diese Frist versäumt wird. Wie man sich in einem solchen Fall richtig verhält, erfahren Sie hier.

31.Mai ist der Stichtag 

Der 31.Mai des Folgejahres ist der gültige Stichtag. Wer diesen Termin versäumt, muss aber nicht gleich mit Sanktionen seitens des Finanzamtes rechnen. Denn zunächst meldet sich das Finanzamt mittels einer Erinnerung an die Abgabe der Steuererklärung. Darin werden die säumigen Steuerzahler an die Abgabe der Steuererklärung erinnert.


Fristverlängerung beantragen 

Jetzt gilt jedoch zu handeln. Konkret sollte nun schriftlich um eine Fristverlängerung gebeten werden. Hierfür reicht ein formloses Schreiben. Normalerweise wird eine Fristverlängerung bis zum 30. September gewährt. Sollte auch diese Frist versäumt werden, wird abermals eine Erinnerung mit einer neuen Frist den säumigen Steuerzahlern zugesendet. Diese Frist sollte jedoch beachtet werden.

Ist das nicht der Fall, gibt es wieder Post vom Finanzamt - diesmal jedoch nicht mehr ganz so angenehm. Hierbei handelt es sich dann nämlich um eine Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung unter Androhung eines Zwangsgeldes. Jetzt ist es dem Finanzamt erlaubt, einen sogenannten Verspätungszuschlag festzusetzen. Es gilt zu beachten, dass dieser umso höher sein kann je später die Abgabe der Steuererklärung erfolgt.


Im schlimmsten Fall zu Ungunsten des Steuerzahlers 

Erfolgt auch hierauf keine Reaktion des Steuerzahlers, so erhält dieser vom Finanzamt einen Bescheid über eine Zwangsgeldfestsetzung. Das bedeutet, dass das Finanzamt die Besteuerungsgrundlage schätzt. Normalerweise erfolgt dies zu Ungunsten des säumigen Steuerzahlers. Damit zahlt dieser womöglich mehr Steuern als tatsächlich notwendig. Wird die Steuererklärung elektronisch abgegeben, so ist die Frist bis zum 31. Juli 2018 - das gilt nur für Bayern, Baden-Württemberg und Hessen sowie Nordrhein-Westfalen. Es gilt zu beachten, dass für die elektronische Abgabe eine Registrierung im Elster-Portal der Finanzverwaltungen notwendig ist. Eine Besonderheit ist in Rheinland-Pfalz der Fall: In dem Bundesland gilt die Frist bis zum 31. Juli für alle Steuerpflichtigen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Steuererklärung elektronisch oder postalisch erfolgt. Der Grund für die Fristverlängerung ist das Steuermodernisierungsgesetz. Momentan gilt diese Regelung nur für die genannten Bundesländer. Für die Steuererklärung 2018, mit Abgabetermin 2019, gilt die längere Abgabefrist dann in allen Bundesländern.


Es gibt weitere Ausnahmen 

Eine Fristverlängerung bis zum 31.Dezember wird denjenigen Steuerzahlern zugestanden, die ihre Steuererklärung freiwillig abgeben oder die Hilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen. Sogar vier Jahre Zeit haben diejenigen Steuerzahler, die gesetzlich nicht dazu verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben - fachlich korrekt wird diese Frist als vierjährige Festsetzungsverjährungsfrist bezeichnet. Wird diese Frist nicht eingehalten, so ist eine Steuererstattung nicht mehr möglich. Es kann allerdings lohnenswert sein, diese Frist voll zu nutzen - aufgrund von Zinsnachzahlungen.


Abgabe per Fax und Mail nicht erlaubt 

Die Einkommensteuererklärung darf nicht per Fax oder E-Mail an das Finanzamt verschickt werden - das ist nicht erlaubt. Grundsätzlich gilt, dass bei einer Aufforderung zur Abgabe der Steuererklärung seitens des Finanzamtes immer auch eine Frist zur Abgabe festgesetzt wird. Bei Nichteinhaltung dieser Frist droht ein Verspätungszuschlag. Ist es dem Steuerzahler nicht möglich diese Frist einzuhalten, so sollte rechtzeitig ein Antrag auf Fristverlängerung beim Finanzamt eingereicht werden.