Adidas verwöhnt Aktionäre

Die Börse feierte in der Kalenderwoche 11/2018 (12. bis 16. März) den Dax-Konzern Adidas für seine Zahlen, den Ausblick und nicht zuletzt für die Dividende.

Die Börse feierte in der Kalenderwoche 11/2018 (12. bis 16. März) den Dax-Konzern Adidas für seine Zahlen, den Ausblick und nicht zuletzt für die Dividende. Das Unternehmen legte ein Verwöhnprogramm für seine Aktionäre auf.

Konzern-Chef Kasper Rorsted wird die Entwicklung weiter vorantreiben: Die Profitabilität soll noch mehr als bislang steigen. Anleger waren von den Ankündigungen überzeugt: Der Aktienkurs des Unternehmens stieg zwischen Dienstag und Donnerstag von durchschnittlich 170 auf über 190 Euro.

Dax-Motor Adidas

Anleger begegnen aktuell dem deutschen Aktienmarkt insgesamt relativ investitionsfreudig. Der Dax war zwar noch am Dienstag nach unten gerauscht, wofür unter anderem die düsteren Handelskrieg-Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump verantwortlich waren, doch ab Mittwoch ging es wieder bergauf.

Am Donnerstag nach Börsenschluss steht gar ein Plus von 250 Punkten gegenüber dem Tiefststand von Dienstag zu Buche. Dazu hat Adidas ganz entscheidend beigetragen. Die starken Zahlen des Sportartikelherstellers und die Performance seiner Aktie machten Mut, sich wieder dem Aktienmarkt zuzuwenden, nachdem sich gerade private Anleger in den letzten Wochen bei hochspekulativen Anlagen wie Bitcoin & Co. gründlich die Finger verbrannt haben.

Die deutsche Wirtschaft (und die in vielen anderen Teilen der Welt) ist kerngesund, die Arbeitsmarktzahlen sind positiv wie selten in den letzten Jahrzehnten. Daran kann die Chaos-Politik von Donald Trump eigentlich nichts ändern, Kopfschmerzen bereitet sie den Investoren dennoch.

In der laufenden Woche wurde der besonnene Außenminister Rex Tillerson - ein früheres Schwergewicht unter Amerikas Wirtschaftsführern - entlassen. Auch das mögliche (aber längst nicht terminierte) Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un macht eher Kopfzerbrechen als Mut.

Im Weißen Haus herrschen "anhaltende Chaos-Tage", so bezeichnet es der Analyst Thomas Altmann (QC Partners). Die Ankündigung eines Handelskrieges passt in dieses Bild, vor allem asiatische Börsen werden dadurch belastet. Immerhin will Trump Chinas Importe mit bis zu 60 Milliarden Dollar verzollen.

Es ist mithin nicht einfach für solide Börsenwerte, sich gegen den Trend einer allgemeinen Verunsicherung zu stemmen. Wichtig sei es, so Marktanalyst Milan Cutkovic (AxiTrader), dass der Dax die 12.000-Punkte-Linie einigermaßen hält. Sie gilt als enorm wichtige technische Stütze.

Wenn sie klar nach unten durchbrochen wird, könnte das eine größere Korrektur, möglicherweise sogar einen Crash einläuten, weil große Investoren darunter ihre Stopps platziert haben, die dann kaskadierend ausgelöst würden. Zum Halt dieser Stütze trug nun diese Woche Adidas bei.

Adidas-Verwöhnprogramm für die Aktionäre

Die Adidas-Aktien legten in der Spitze um über 12 % zu, was für einen Dax-Wert bemerkenswert ist - selbst in Zeiten einer ruhigen Hochkonjunktur, erst recht aber in einer unsicheren Situation wie der gegenwärtigen. Es war für die Aktie des Unternehmens der größte Tagessprung der letzten neun Monate, zudem erreichten diese ein Drei-Monats-Hoch.

Vorausgegangen war dem das Adidas-Verwöhnprogramm für seine Aktionäre. Der Kurssprung der Aktie hatte einen handfesten finanziellen Hintergrund, das Unternehmen hat Milliarden in die Hand genommen und eigene Aktien zurückgekauft. Dann setzte es noch einen drauf und erhöhte die Dividende, beides zusammen belebte die Laune der Anteilseigner sichtlich.

Adidas kann sich das leisten, im vergangenen Jahr verzeichnete der Konzern einen kräftigen Gewinnanstieg. Das kann nicht immer funktionieren, weshalb der Vorstand Kasper Rorsted die Erwartungen für das laufende Jahr 2018 dämpfte. Gewinne wird es aber weiter geben, sie sollen prozentual sogar noch höher ausfallen. Diese Kennzahl - die Profitabilität - will die Unternehmensleitung deutlich erhöhen.

Woher kommt der Adidas-Erfolg?

Hauptsächlich in China, in Nordamerika und Online hat Adidas im letzten Jahr sehr viel Geld verdient. Das Sorgenkind Reebok hat sich erholt, die Marke soll noch vor 2020 wieder Gewinne einfahren. Hierzu könnte die Designerin Victoria Beckham beitragen, sie entwirft gerade Reebok-Modelle für Frauen.

Die Umsätze des Konzerns stiegen auf 21,2 Milliarden Euro, ein Plus von immerhin 15 Prozent. Die Hausmarke Adidas steht glänzend da, einen Einbruch des Aktienkurses kann sich daher aktuell niemand vorstellen.