Afika: Internet und Mobilfunk besser als Entwicklungshilfe?

Das westliche Bild über den afrikanischen Kontinent ist voller Widersprüche. Manch einer würde wohl darauf hinweisen, dass es genau zu diesem Kontinent passt, der zwischen enormer Armut und einem ebenso großen Aufholbedarf wankt. Noch immer sind die Länder hier das größte Ziel für Entwicklungshilfen aus der gesamten Welt. Wie die Beispiele vieler Gründer zeigen, ist die Hilfe zur Selbsthilfe aber besonders im technischen Bereich angekommen. Mittels Internet und Mobilfunk wird dem Kontinent geholfen, sich zu einer wahren Macht zu entwickeln.

Über die Entwicklungshilfe ist bereits vor einigen Jahren im westlichen Teil der Welt ein Streit entbrannt. Viele Experten haben darauf verwiesen, dass die Gelder nicht wirklich bei den Projekten ankommen, für die sie gedacht waren. Korruption und Verwaltungskosten verschlingen einen Großteil von Spenden und Entwicklungsgeldern. Darüber hinaus schien es in vielen Fällen so, als hätten sich die Länder Afrikas von den Hilfen westlicher Staaten abhängig gemacht. Diese sahen sie oft als Wiedergutmachung für die lange und traurige Geschichte der Kolonialzeit. Tatsächlich scheint das Projekt Entwicklungshilfe in Afrika weitestgehend gescheitert zu sein. Stattdessen ist der Kontinent dabei ein Selbstbewusstsein und einen Selbstwert zu entwickeln, der deutlich positivere Entwicklungen mit sich bringt.


Technologie schafft Wachstum in Afrika

Wie wichtig etwa die Einführung von Mobilfunk für die Länder ist, zeigt sich am Beispiel von M-Pesa. Das kenianische Unternehmen war einst nicht mehr als ein Mobilfunkanbieter - bis man eine Möglichkeit entdeckt hat, wie das Prepaid-Guthaben für mehr als nur Telefonate genutzt werden kann. Inzwischen fungiert das Unternehmen als eine Art mobile Bank, bei der viele Transaktionen mit der Hilfe des Guthabens bei M-Pesa abgewickelt werden. Besonders die armen Menschen, die bisher kein Konto hatten, konnten auf diese Weise am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen. Es wird neue Kaufkraft freigesetzt, die der allgemeinen Wirtschaft des Landes geholfen hat.

Es gibt verschiedene Faktoren, die für den Aufstieg der Wirtschaft in vielen afrikanischen Ländern herangezogen werden können. Auf der einen Seite stehen natürlich noch immer die Preise für Rohstoffe. Der Kontinent ist das natürliche Lager für eine Vielzahl von Stoffen, die für die Forschung und Industrie in westlichen Ländern benötigt wird. Gleichzeitig hat man sich damit aber auch abhängig von den Preisen an den Börsen der Welt gemacht, auf die die afrikanischen Staaten meist nur einen geringen Einfluss hatten. Heute sind die Rohstoffe zwar immer noch die Basis für die Wirtschaft, es sind aber vor allem die Gründer und Innovationen in den Bereichen Internet und Mobilfunk, die den Ton angeben.
 

Kurzfristige Gründungen und langfristige Investitionen

Die Gründer in Afrika sind modern, sie orientieren sich an der westlichen Welt, sehen aber die Bedürfnisse ihres eigenen Landes. So sind Apps und die mobile Datennutzung längst eine Selbstverständlichkeit. Viele afrikanische Länder sind in Hinblick auf digitale Infrastruktur inzwischen besser aufgestellt als Deutschland selbst. Das liegt auch daran, dass der Kontinent in seiner technologischen Entwicklung einige Schritte übersprungen hat und einfach direkt an den Markt für Apps und mobiles Netz angedockt hat. Hier entstehen auch die meisten Gründungen. Gerade diese dauern aber noch recht lange und sind daher eine Hemmschwelle für das Wachstum und die Innovation, die auf dem Kontinent so dringend benötigt werden.

Es ist nicht abzusehen, wie sich die Länder entwickeln werden. Noch immer gibt es viele sozialistische Diktaturen in Afrika, nicht alle Länder sind bereit, sich der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Kapitalismus zu stellen. Dabei scheint es gerade das zu sein, was viele Menschen in anderen afrikanischen Ländern aus der bitteren Armut befreit. Eine langfristige Perspektive abzugeben erscheint selbst jenen schwer, die sich dauerhaft mit Afrika beschäftigen. Gerade der chinesische Einfluss könnte sich aber schnell zu einem Wachstumsmotor für eine Wirtschaft entwickeln, die ein beinahe unbegrenztes Potential für ein dauerhaftes Wachstum in den nächsten Jahren hat.