Airbus oder Boeing? Welche Aktie ist besser?

Das Luftfahrtgeschäft ist stark umkämpft. Doch insbesondere zwei Unternehmen kämpfen hierbei um die Marktführerschaft. Es ist die Rede von Boeing und Airbus, die beide als finanzstark gelten und zum aktuellen Zeitpunkt insbesondere bei potenziellen Übernahmen konkurrieren.

Das Luftfahrtgeschäft ist stark umkämpft. Doch insbesondere zwei Unternehmen kämpfen hierbei um die Marktführerschaft. Es ist die Rede von Boeing und Airbus, die beide als finanzstark gelten und zum aktuellen Zeitpunkt insbesondere bei potenziellen Übernahmen konkurrieren.

Die Lage bei Airbus scheint angespannt zu sein, denn nur kurze Zeit, nachdem das Scheichtum Katar 24 Langstreckenjets der Klasse A 380 geordert hat, gibt das Unternehmen bekannt, dass bis zu 3.720 Stellen abgebaut werden sollen. Den Auslöser dieses Stellenabbaus sieht das französische Unternehmen in der schwachen Nachfrage des A 380 Premiumjets sowie in den Verzögerungen des A 400 M Militärtransporters. Doch solche Probleme gelten in der Branche als normal, auch wenn das Hauptgeschäft um die Sparte der Zivilflugzeuge geradezu floriert. Beide Unternehmen melden bereits jetzt für die nächsten fünf bis sechs Jahre eine Vollauslastung und können die operativen Gewinne stärker als erwartet steigern.

Boeing der Überflieger des Jahres 2017

Beide Unternehmen konnten 2017 eine starke Performance abliefern, wobei jedoch insbesondere Boeing überzeugen konnte. Mit einem Anstieg des Börsenwertes um 90 % stellte Boeing die Spitze des Dow Jones Indizes dar und konnte auch im bisherigen Börsenjahr 2018 einen Platz unter den besten fünf Aktien des Dow Jones erzielen. Doch auch Airbus legt eine starke Performance hin und befindet sich trotz der Negativschlagzeilen seit September 2017 in einem Höhenflug.

Die Besonderheit der beiden Unternehmen findet sich zudem in den aktuellen Bargeldreserven wieder, denn insbesondere für die Modellpflege bereits etablierter sowie für die Entwicklung neuer Maschinen fallen hohe Aufwendungen an. Bereits Jahre vor der Auslieferung der neuen Modelle muss ein Milliardenbetrag investiert werden und erst Jahre nach der ersten Auslieferung zeigt sich, ob die Marktentwicklungen korrekt analysiert wurden.

Der Kampf um die Mittelstreckenflieger

Der hohe Kapitalbedarf ist zudem einer der Gründe, warum insbesondere kleinere Anbieter schnell in die roten Zahlen rutschen. Der kanadische Hersteller Bombardier beispielweise geriet im Jahr 2017 fast in die Insolvenz und wurde einzig durch ein Investment von Airbus gerettet. Hierbei fand das Investment in die Bombardier-Tochter statt, die den aktuellen Mittelstreckenjet der C-Serien entwickelt. Die Besonderheit dieser Beteiligung ist, dass Airbus kein Kapital investieren muss, sondern die eigenen Fähigkeiten in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kundenservice und Einkauf einbringt. Vor allem die effizienteren Antriebe sind von Vorteil und der mögliche Verzicht auf die veraltete A 319neo erschließt neue Wachstumschancen in Asien.

Um weiterhin mit dem Portfolio von Airbus konkurrieren zu können, strebt Boeing aktuell die Übernahme des brasilianischen Embraer an. Das aktuelle Portfolio des Mittelstreckenherstellers würde jenes von Boeing gut anreichern. Ein besonderer Wettbewerb existiert zudem im Bereich der mittleren Langstrecken, welche bis zu 4.500 Meilen betragen. Mit dem A 321neo hat Airbus ein neues Modell vorgestellt, dass bis zu 27 % günstiger als das Boeing-Äquivalent sein soll. Bereits zum Ende dieses Jahres sollen die ersten Modelle ausgeliefert werden. Boeing hat derweil kein neues Modell in der Entwicklung. Jedoch plant das Unternehmen die Entwicklung eines Inlandjets für China, sodass dort weitere Marktanteile erschlossen werden können.

Welche Aktie ist die bessere?

Boeing fällt vor allem Aufgrund von Dennis Muilenberg auf, der einen harten Sparkurs gegenüber den Zulieferern fährt. Durch dieses Vorgehen konnte die Profitabilität des Unternehmens gesteigert und die Cashflows auf ein Rekordniveau gebracht werden. Vor allem gegenüber kleineren Anbietern zeigt sich das Unternehmen jedoch aggressiv, doch auch die Zulieferer leiden unter einem angespannten Verhältnis. Aufgrund der guten Entwicklung gilt das Unternehmen jedoch als der Favorit an den Börsen. Airbus hingegen konnte auch eine starke Performance hinlegen. Mit einer operativen Rendite von 11 % ist diese sehr nahe an der Rendite des großen Konkurrenten. Doch vor allem der politische Einfluss, unter dem Airbus steht, sorgt für ein geringeres Wachstum an den Börsen. Werden die Unternehmen miteinander verglichen überzeugt Airbus durch den geringen Einstiegspreis.