Aktie im Höhenflug: Deutsche Bank überflügelt Gewinnerwartungen

Die Deutsche Bank hat die Gewinnprognose für das zweite Quartal 2018 deutlich übertroffen. Wie das Bankhaus mitgeteilt hat, wird ein Plus von etwa 700 Millionen Euro erwartet, der nach Abzug der Steuern bei noch immer starken 400 Millionen Euro liegen wird. Analysten hatten den Brutto-Gewinn auf 321 Millionen Euro und den Reingewinn auf 159 Millionen Euro geschätzt.
Die Konzernerträge haben ebenfalls die Erwartungen der Analysten übertroffen. Am Ende des zweiten Quartals steht ein Ertrag von rund 6,6 Milliarden Euro, anstelle der erwarteten 6,4 Milliarden Euro. Zuden wurden die Erträge in den Sektoren der zinsunabhängigen Aufwendungen, der Kernkapitalquote und der Verschuldungsquote gesteigert. 

Als Grund für das unerwartete Wachstum gibt die Deutsche Bank niedrige Kosten und ein marginales Plus bei den Prozesskosten an. Auch das Momentum des erfolgreichen Vorjahresquartals, in dem das Geldhaus 466 Millionen Euro erwirtschaftet hat, trug zum erneuten Wachstum bei. Vor einem Jahr sahen die Finanzen der Deutschen Bank noch deutlich schlechter aus. 


DB erholt sich von Vorjahres-Verlusten

Im Jahr 2017 musste die Deutsche Bank einen Verlust von mehreren Millionen Euro einfahren. Durch einen Wechsel an der Spitze konnte der Sinkflug nur langsam gestoppt werden, so dass am Ende des ersten Quartals ein Gewinn von lediglich 120 Millionen Euro stand. Noch im vergangenen Juni sank der Wert der DB-Aktie auf ein Rekordtief von 8,75 Euro.
Der neue Bankchef Christian Sewing kündigte letztes Jahr den Abbau von tausenden Stellen im Investment-Sektor an und ließ auch das Kerngeschäft grundlegend erneuern. Der Umbau hat sich gelohnt und beflügelt neben den Quartalsgewinnen auch die Aktien der Deutschen Bank


DB-Aktie steigt um 7,6 Prozent

Die positive Quartalsprognose der Deutschen Bank hat die hauseigene Aktie um 7,6 Prozent nach oben getrieben. Das Wertpapier ist nun 9,46 Euro (stand 16.07.2018) pro Stück wert.
Angesichts der positiven Entwicklung der DB-Aktie haben vier große US-Hedgefonds ihre Leerverkaufsposition (Aktien, die zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht im Besitz des Käufers sind) bei dem Deutschen Bankhaus nach oben korrigiert.
Das US-Institut AQR hat seine theoretischen Deutsche-Bank-Aktien um rund 2,56 Prozent erhöht, während Marshall Wace seine LVK um 1,41 Prozent und Capital Fund seine LVK um etwa 0,56 erhöht hat. Schon am 19. Juni hat der Investor World Quant seinen Aktienanteil um 0,51 Prozent angehoben

Die von Bankenchef Christian Sewing angestrebte Sanierung trägt mit dem hohen Quartalsgewinn erste Früchte. Sewing ist „zuversichtlich“, das Kostenziel von 23 Milliarden Euro für das Jahr 2018 zu erreichen. Die Vollzeitstellen sollen bis Ende des Jahres auf unter 93.000 reduziert werden. „Wir kommen beim Umbau gut voran und arbeiten entschlossen ab, was wir angekündigt haben.“
Am 25. Juli sollen die vollständigen Bilanz-Ergebnisse sowie weitere Details zum Stellenabbau veröffentlicht werden.