Aktientief für Hello-Fresh - Rocket Internet trennt sich

Frisches Kapital gegen HelloFresh-Anteile

Das frische Kapital, welches sich Rocket Internet durch den Verkauf von HelloFresh verschafft hat, entspricht einem herben Rückschlag für die Aktionäre. Durch den Verkauf des Kochboxenversenders HelloFresh konnten 150 Millionen Euro in die Kassen gespült werden.

Doch dieser Verkauf besitzt einen faden Beigeschmack, denn Rocket musste einen hohen Abschlag auf den aktuellen Börsenkurs verkraften. Denn nur so konnte das Papier an die Investoren verkauft werden. Die Startup-Schmiede verkaufte rund 12,2 Millionen Anteilsscheine zu einem Preis von 12,30 Euro. Dieser Kurs lag rund 1,06 Euro unter dem letzten Xetra-Schlusskurs, welcher bei 13,36 Euro lag.

 

Verkauf führt zu Kurssturz bei HelloFresh

War die Kaufoption zum Vortag noch ein Schnäppchen, so gab die Aktie am Donnerstag um rund acht Prozent nach, sodass ein Tiefstwert von 12,25 Euro erreicht wurde. Für die Aktionäre ist die vermittelte Botschaft besonders kritisch, denn warum sollte ein Unternehmen wie Rocket Internet Anteile verkaufen, wenn die langfristigen Geschäftsaussichten weiterhin positiv wären? Insbesondere der Umstand, dass die Aktien erst im Herbst an der Börse platziert wurden und Rocket diese nun mit einem kräftigen Discount verkauft, schüren das Misstrauen der Anleger.

Doch auch bei der Rocket-Internet-Aktie führte der Verkauf der Unternehmensanteile zu einem Kursrücksetzer. Dieser erreichte zwar kein Ausmaß wie bei HelloFresh, dennoch gab der Kurs um rund 1,7 Prozent nach. Insgesamt führte der Verkauf der Unternehmensanteile jedoch zu einem positiven Ergebnis, da die HelloFresh-Aktie trotz des Rücksetzers mit 11,7 Prozent im Plus notiert.

HelloFresh – ein klassisches Wachstumsunternehmen

Die Gründung von HelloFresh erfolgte im Jahr 2011. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen rund 2.000 Mitarbeiter, welche Millionen von Mahlzeiten an die Kunden ausliefern. Die steigende Akzeptanz und Nachfrage machte sich im vergangenen Geschäftsjahr bemerkbar, sodass das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von rund 50 Prozent verzeichnen konnte. Der Umsatz lag laut Aussagen der Analysten bei 902 bis 905 Millionen Euro. Wie für ein Wachstumsunternehmen üblich, schreibt HelloFresh noch keine schwarzen Zahlen, avisiert jedoch das Erreichen der Ebitda-Gewinnschwelle im vierten Quartal des aktuellen Jahres.