Geldregen für Aktionäre

Die Dividendenausschüttungen von Aktiengesellschaften erreichen dieses Jahr ein erneutes Allzeithoch. Doch laut den Aussagen des Vermögensverwalters Janus Henderson sind auch weitere Steigerungen möglich.

Für Aktionäre sind die aktuellen Marktverhältnisse ein Grund zur Freude, denn die Ausschüttungen der Konzerne werden regelmäßig erhöht und fließen in die Kassen der Anleger. Im Rahmen der Studie zur Dividendenentwicklung wies der Vermögensverwalter Janus Henderson auf diese Entwicklung hin. Allein im zweiten Quartal stiegen die Dividendenzahlungen um durchschnittlich 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Somit ergibt sich eine Rekordsumme von 497,4 Milliarden Dollar, welche die Unternehmen an die Anteilseigner ausschütteten. Insgesamt zwölf Länder verzeichneten demnach neue Dividendenrekorde, auch Deutschland. Die Zahlen von Janus Henderson zeigen, dass die deutschen Unternehmen insgesamt 43,1 Milliarden Dollar ausschütteten und somit 26,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für deutsche Aktionäre ist der Zeitraum zwischen April und Juni besonders erfreulich, denn zu dieser Zeit halten die meisten Kapitalgesellschaften ihre jährliche Hauptversammlung ab. Im Rahmen der Hauptversammlungen wird die Höhe der Dividendenauszahlungen beschlossen. Nur kurze Zeit später erhalten die Aktionäre die Auszahlungen. Allein die 30 Unternehmen des deutschen Leitindex Dax zahlen im ersten Halbjahr 36 Milliarden Euro an die Anteilseigner und konnten somit 15 Prozent mehr als im Vorjahr auszahlen.
 

Nestlé – der König der Dividendenzahler

Die Höhe der Dividendenauszahlungen erreicht in Deutschland einen neuen Rekordstand. Demnach befinden sich mittlerweile vier deutsche Unternehmen unter den Top 20 der Dividendenzahler. Auf dem zweiten Platz befindet sich demnach der deutsche Automobilhersteller Daimler, der insgesamt 3,9 Milliarden Euro an die Aktionäre ausschüttete. Auf dem ersten Platz befindet sich der bekannte und kontrovers diskutierte Lebensmittelhersteller Nestlé. Der sechste Platz wird vom größten Versicherer Deutschlands, der Allianz belegt. Das Unternehmen zahlte rund 3,4 Milliarden Euro an die Anteilseigner. Auch die deutsche Telekom gehört zu den besten Dividendenzahlern. Dabei musste das Unternehmen jedoch seinen Platz unter den topplatzierten Unternehmen räumen und sich mit dem 15. Rang zufriedengegeben. Der Chemiekonzern BASF gilt weiterhin als ein profitables und solides Investment und belohnte die Aktionäre mit einer Ausschüttung von 2,8 Milliarden Euro. Im Vergleich rangiert BASF auf dem 19. Platz.

Einsame Kreise zieht dahingegen Nestlé. Das Unternehmen zahlte in Summe 6,3 Milliarden Euro an die Aktionäre. Des Weiteren erhöhte das Unternehmen die Dividende in den vergangenen 23 Geschäftsjahren permanent. Allein in den letzten 10 Jahren flossen rund 100 Milliarden Franken an die Aktionäre. 62 Milliarden Franken flossen in Form einer Dividende, die restlichen 38 Milliarden wurden im Rahmen von Aktienrückkaufprogrammen ausgezahlt. Mit Samsung, Sanofi, BNP Paribas und HSBC befinden sich weitere bekannte Unternehmen unter den Dividendenzahlern.

 

Gesamtsumme der gezahlten Dividenden liegt bei 1,25 Billionen Dollar

Laut der Studie von Janus Henderson wurden im vergangenen Jahr Dividenden in Höhe von 1,25 Billionen Dollar an die Aktionäre gezahlt. Dies entspricht einem Anstieg von acht Prozent. Allein 1,1 Billionen Dollar wurden von den 1.200 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung gezahlt. Regional betrachtet kommen die meisten Dividenden aus den USA. Die hiesigen Unternehmen zahlten rund 476 Milliarden Dollar. Die europäischen Unternehmen kommen auf eine Gesamtsumme von 225 Milliarden Dollar. Britische Unternehmen, welche getrennt ausgewiesen werden, zahlten 96 Milliarden Dollar in Form einer Dividende.

Auch in diesem Jahr soll es ein spürbares Wachstum geben. Die Experten von Janus Henderson erwarten einen Anstieg um 7,4 Prozent. Insbesondere der steigende Dollarkurs würde jedoch zu einem schwächeren Wachstum führen. Insgesamt sollen demnach rund 1,385 Billionen Dollar an die Aktionäre fließen. Somit ergibt sich ein absolutes Dividendenwachstum von 8,6 Prozent. Auch die aktuellen Zollkonflikte zwischen den USA, China und Europa stellen eine Herausforderung für die weitere Entwicklung der Dividendenzahlungen dar. Allerdings sieht der Aktienstratege Ben Lofthouse, der bei Janus Henderson arbeitet, weiteres Steigerungspotenzial bei japanischen Konzernen.