Alibaba rüstet sich für die Zukunft - und wird von den Anlegern abgestraft

Mit über 61 Prozent Wachstum im letzten Quartal hat das chinesische Unternehmen den größten Zuwachs in der Historie der eigenen Firma hinlegen können. Die Märkte zeigten sich trotzdem wenig beeindruckt: Der Kurs verlor gerade drei Prozent. Dieser Umstand offenbart ein kurzfristiges Denken bei den Anlegern, das zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Hindernis für die beständige Expansion von Alibaba werden könnte. Warum das so ist, zeigt sich mit einem Blick auf die verschiedenen Gründe dafür, dass es am Ende 41 Prozent weniger Gewinn trotz des deutlichen Wachstums gegeben hat. So waren in diesem Quartal zum Beispiel Kompensationen für Mitarbeiteraktien fällig, die den Gewinn deutlich nach unten gezogen haben. Vor allem sind es aber die Investitionen in die Zukunft, die bei Alibaba auch in den kommenden Quartalen für Zahlen sorgen könnten, die den Anlegern anscheinend nicht gefallen.
 

Neue Märkte und ein Ausbau der bestehenden Standbeine des Unternehmens

Um die Investitionen zu verstehen, ist es wichtig die Entwicklungen in China genau zu betrachten. Während in Deutschland un in den westlichen Ländern viele Paket-Dienstleister und Logistiker unter der zunehmenden Menge an Paketen einbrechen und die Infrastruktur überlastet scheint, befindet sich dieser Markt in China noch im Aufbau. Die Mittelschicht ist am Wachsen, ein Ende ist noch lange nicht zu sehen und entsprechend hoch ist der bedarf an Konsumgütern und Dienstleistungen, die den Versand von eben diesen Waren erlauben. Genau au diesem Grund investiert Alibaba zunehmend in die Logistik des eigenen Unternehmens und in die generelle Infrastruktur. Als unbestrittener Marktführer in China lässt sich auf diese Weise ein Markt für die Zukunft aufbauen, bevor die eigenen Kunden überhaupt wissen, dass sie Bedarf daran haben.

Darüber hinaus gibt es besonders zwei Märkte, die derzeit das Ziel der Investitionen von Alibaba sind: Der stationäre Handel und die generelle Entwicklung von technischen Dienstleistungen. So ist beispielsweise der Ausbau einer eigenen Lebensmittel-Sparte geplant, der gleichzeitig mit dem Versand kombiniert werden soll. Mit über 21 Filialen hat man sich zudem auch auf den stationären Handel eingelassen und bietet somit auch den Kunden eine Alternative, die noch nicht wirklich im Internet tätig sind. Das ist auch nötig: Amazon investiert immer mehr in den wichtigen chinesischen Markt und wird damit zu einer großen Konkurrenz für die Geschäfte von Alibaba, die ihren Stand als Marktführer in China natürlich untermauern und weiter ausbauen wollen.

Alles in allem könnten die zögerlichen Handlungen der Märkte zu einer Bremse für die Expansion werden. Alibaba ist gut aufgestellt und investiert bereits jetzt in die wichtigen Märkte der Zukunft. Es ist anzunehmen, dass die Anleger sich in wenigen Jahren ärgern werden, denn die jetzigen Zahlen von Alibaba sind nur eine notwendige Talfahrt, bis es schließlich in den folgenden Jahren wieder deutlich nach oben gehen wird.