"Alles super"? Aral testet eigenes Stromnetz

Während der technologische Wandel im Bereich der Antriebsstoffe weiter geht, wird sich die Welt nicht so schnell verändern, wie es sich viele Experten und Aktivisten wünschen. Dennoch ist der Wandel bemerkbar: Laut Studien sollen bis 2040 über 1,3 Millionen elektrisch angetriebene Autos auf den deutschen Straßen unterwegs sein. Ein klares Bild, das nun von verschiedenen Firmen für Modelle genutzt wird.

Oftmals wird vergessen, dass es nicht nur die Autohersteller sind, die mit dem Wandel in der deutschen Autowirtschaft zu tun haben. Viele Zulieferer, Dienstleister und Versorger sind ebenso davon betroffen, wenn sich das Bild bis 2040 wandelt und die Elektroautos die Oberhand über den deutschen Straßenverkehr übernehmen. So stellen sich zum Beispiel auch die deutschen Tankstellen nun nach und nach darauf ein, dass sich die Art und Weise, wie die Kunden ihre Fahrzeuge betanken wollen, in den nächsten Jahren verändern wird. Der Aral-Konzern hat zu diesem Zweck eine eigene Planstudie ins Leben gerufen und plant nun an fünf Standorten die Installation von schnellen Ladesäulen, die ein erstes Bild darüber liefern sollen, wie Elektroautos abgefertigt werden können.

In der Planung sollen die Studien dafür zeigen, dass eine Ladesäule an den Tankstellen künftig eine Aufladung der Wagen in möglichst schneller Zeit erledigen kann. Mit den derzeitigen Plänen wäre es zum Beispiel möglich, dass die Autos binnen von fünf Minuten für weitere knapp 150 Kilometer aufgeladen werden. Aber auch davon ab verändert sich die Art und Weise, wie die Tankstellen in der Zukunft arbeiten werden. Aral arbeitet dafür bereits stark an einem Konzept, das all die neuen Technologien einfließen lässt. Auch andere Dienstleister und Anbieter machen sich Gedanken darum, wie das Elektroauto und die dadurch veränderte Gesellschaft in der Zukunft ihr Geschäft beeinflussen wird.


Neues Bild der altgedienten Tankstelle

Dabei befinden sich die Tankstellen ohnehin in einem dauerhaften Wandel. Zwar mag man betonen, dass der Handel mit Kraftstoffen noch immer das eigentliche Kerngeschäft ist, tatsächlich verweisen die Zahlen auf etwas anderes. Bereits jetzt sind 60 Prozent der Interaktionen an einer typischen Tankstellen nicht mehr mit Kraftstoff verbunden. Supermärkte, Aufladestationen und Dienstleister sind an den Autobahnen und Innenstädten zu finden. Dieses Konzept soll noch weiter entwickelt werden. Künftig soll die Tankstelle im besten Fall ein Dienstleister für alle Sorgen auf der Straße werden und sich somit autonom vom Kraftstoff machen, der schon immer ein riskantes Geschäft für die Konzerne hinter den Tankstellen war.

Eine Kennzahl spielt dabei vielleicht die wichtigste Rolle: Die privaten Kilometer auf deutschen Straßen werden immer weniger, während die allgemeinen Kilometer weiter steigen. Online-Handel und verstärkte Logistik führen dazu, dass sich die Tankstellen immer stärker auf die Geschäftskunden und weniger auf die privaten Kunden einstellen müssen. Entsprechend spannend bleibt die Frage, wie sich Tankstellen und Raststätten in den nächsten Jahren entwickeln werden.