Allianz ist in Genua zweifach betroffen

Laut Informationen der Welt am Sonntag gehört das deutsche Versicherungsunternehmen Allianz zu den Versicherern der Brücke in Genua. Am 14. 08. brach die Brücke in der italienischen Hafenstadt zusammen und tötete mindestens 41 Menschen. Nun soll herausgekommen sein, dass die Allianz zu einem Konsortium gehört haben soll, welches das Bauwerk versichert habe. Jedoch lag der Anteil der Allianz an dem Konsortium nur bei wenigen Prozenten. Den Großteil soll eine ausländische Assekuranz halten. Auf Anfrage, ob die Allianz die Brücke auch versichert habe, habe die Allianz bisher noch keine Antwort gegeben.
 

Allianz an Autostrade per l'Italia beteiligt

Sicher ist jedoch, dass die Allianz in eine Beteiligung der Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia investiert hatte. Das bestätigte eine Sprecherin der Allianz Capital Partners. In einem Konsortium zusammen mit dem französischen Versorger EDF und dem niederländischen Fonds DIF halte man knapp 7 Prozent an Autostrade per l'Italia, so die Sprecherin. Der deutsche Versicherer soll 60 Prozent an dem Konsortium besitzen. Im vergangenen Jahr zahlte das Konsortium gut eine Milliarde Euro für die Anteile. Die Autostrade per l'Italia betreibt den Ausbau des italienischen Autobahnnetzes.

 

Allianz investierte 616 Millionen Euro

Haupteigentümer von Autostrade per l'Italia ist der Atlantia-Konzern. Dieser gab bekannt, dass vergangenen Jahres der deutsche Versicherungsriese mehr als 616 Millionen Euro in Autostrada per l'Italia investierte. Auf die Anfrage, ob die Allianz aufgrund der Beteiligung die eigene Bilanz verringern würde, äußerte sich die Sprecherin nicht. Welche Verluste das Versicherungsunternehmen möglicherweise hinnehmen muss, darüber gibt die Atlantika-Aktie Auskunft. Der Kurs brach um gut ein Viertel zusammen. Das Unternehmen gehört der italienischen Benetton-Familie, der auch das gleichnamige Modeunternehmen gehört.


Schadenshöhe noch unbekannt

Über die Schadenshöhe des Brückenunglücks liegen noch keine Schätzungen vor. Jedoch geht man davon aus, dass die Schadenshöhe mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag umfassen wird.