Amazon Cash - wie soll das funktionieren?

Der Name Amazon Cash ist eigentlich nur aus der amerikanischen Version von Amazon übernommen und dient dort bereits seit Jahren als Begriff für die Möglichkeit, das eigene Amazon-Guthaben mit der Hilfe von Bargeld aufzuladen. In Amerika, wo Cash noch immer eine deutlich wichtigere Rolle als in Europa spielt, können die Kunden auf diese Weise Produkte kaufen, ganz ohne dass sie eine Kreditkarte oder gar ein eigenes Bankkonto haben. Seit dem 31. Juli ist dieser Dienst nun auch in Deutschland verfügbar und soll Kunden hierzulande eine weitere Alternative für die Bezahlung ihrer Produkte geben. Tatsächlich ist das Verfahren relativ einfach und schnell erledigt:

Man lässt sich auf der Seite von Amazon eine PDF oder einen Code für die App generieren, mit dem man im Anschluss zu einem der beteiligten Vertragspartner gehen kann. Hier gibt es nun die Option, dass eine Summe zwischen 10 und 500 Euro auf das eigene Konto aufgeladen wird. Binnen 15 Minuten erscheint die Barsumme als digitales Guthaben im eigenen Konto und kann im Anschluss für Käufe jeder Art eingesetzt werden. Amazon behält sich das Recht vor, dass es, je nach Partner, eine maximale Summe gibt, die pro Tag eingezahlt werden kann. Ansonsten haben die Kunden, die es bisher genutzt haben, durchaus positive Stimmen für das Projekt über. Die technischen Vorgänge scheinen einwandfrei zu funktionieren. Tatsächlich scheinen die momentanen Probleme von Amazon Cash in Deutschland an einer anderen Stelle zu liegen.

 

Wenige Vertragspartner und noch weniger Informationen

Dass Amazon Cash überhaupt in Deutschland eingeführt wurde, ging ein wenig unter vielen anderen Meldungen rund um den Konzern unter. Dementsprechend ist es kaum verwunderlich, dass das größte bestehende Problem zu sein scheint, dass es kaum offizielle Partner für dieses Verfahren gibt. Die größte Kooperation scheint es derzeit mit der Deutschen Bahn zu geben: Viele der Läden, die in irgendeiner Form an diesem Service beteiligt sind, finden sich in den deutschen Bahnhöfen - etwa die Presse & Buch Läden, die in den meisten größeren Vorhallen ansässig sind. Darüber hinaus gibt es aber nur wenige feste Vertragspartner. Noch größer ist das Problem, dass es bei Amazon selbst keine wirkliche Liste mit Regionen zu finden gibt, was die Suche nach einem Vertragspartner eher zu einer Schnitzeljagd macht. Hier muss Amazon noch deutlich nachbessern, damit der Service in den kommenden Monaten bekannter wird und stärker genutzt wird.

Dass es anders geht, zeigt ein anderer Anbieter mit einem ähnlichen Konzept: Mit 12.000 Filialen ist zum Beispiel der Dienst "Barzahlen.de" bereits sehr gut in Deutschland etabliert. Das ist eine Zahl von Orten, an denen die Kunden den Service von Amazon nutzen können, die auch der große Konzern aus Amerika in Deutschland anstreben sollte, wenn er auf mehr Akzeptanz und Nutzer hofft.