Amazon: Einstieg in den Bereich E-Health

Über viele Jahre sorgten Datenschutz und Sorgen vor Missbrauch der Daten allerdings dafür, dass es keine wirklich intuitiven Lösungen in diesem Sektor gab. Mit der Aufweichung verschiedener Gesetze und der stärkeren Digitalisierung stehen nun viele Unternehmen vor dem Einstieg in die Branche. Besonders Amazon versucht mit einem neuen Programm einen Fuß in die Tür zu kriegen und setzt dabei auf KI und einen Algorithmus.

Eine von Amazon entwickelte Software soll künftig Ärzten und Patienten im gleichen Maße das Leben erleichtern. Das Programm erkennt anhand der eingegebenen Daten und Deep Learning, welche Medikamente wohl am ehesten für die Behandlung geeignet sind und welche Behandlungen sich für die eingegebenen Symptome anbieten. Die Software, die mit der Hilfe eines Labors in den USA entwickelt wurde, ist in der Lage, verschiedene Hinweise zu erkennen und automatisiert Vorschläge für die weiteren Eingaben zu machen. Darüber hinaus soll es für die Patienten möglich sein, die wichtigsten Daten in einer Art digitale Krankenakte auf dem mobilen Gerät mit sich zu führen.

Es handelt sich dabei nur um die Fortsetzung von bereits bestehenden Plänen für den Einstieg in den lukrativen Gesundheitssektor. Amazon hat erst kürzlich einen Online-Versand für Arzneimittel aufgekauft und will diesen nun auch in das eigene Angebot integrieren. So würde es für die Nutzer der neuen Software wohl auch möglich sein, entsprechende Vorschläge für Medikamente zu erhalten und diese einfach über Amazon zu bestellen. Vor allem geht es am Anfang aber darum, dass möglichst viele Daten gesammelt werden. Diese sollen die Behandlungen der Krankheiten ebenso erleichtern wie die Arbeit der Ärzte in den Praxen.


Immer mehr Unternehmen interessieren sich für den E-Health Sektor

Der Versuch der Digitalisierung im großen Markt für Gesundheit ist nicht neu. In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen mit der Hilfe von Algorithmen versucht, die KI auch in den Gesundheitssektor zu bringen. Aufgrund der Sensibilität dieser Daten und anderer Gesetze waren bisherige Versuche aber vor allem auf die USA begrenzt. Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn soll bis 2021 aber auch in Deutschland die virtuelle Krankenakte Realität werden. Dort werden wichtige Informationen gespeichert und die Daten können einfach in die App hochgeladen und bei Bedarf mit einem neuen Arzt geteilt werden. Auch der Wechsel der Krankenversicherung soll auf diese Weise erleichtert werden.

Vor Amazon haben bereits IBM und Apple den Einstieg in den Sektor geprüft und mitunter abgeschlossen. IBM war zum Beispiel mit einer eigenen Software in der Krebsforschung tätig - konnte dabei allerdings keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielen. Viele Partner sind bereits abgesprungen. Apple plant noch immer eine Zusammenarbeit mit dem Veteranenministerium in den USA. Der Fokus liegt dabei immer auf der KI zur Erkennung von Mustern für die Behandlung und auf den digitalen Krankenakten. Diese sollen vor allem für die Patienten selbst eine Möglichkeit geben, aktiver an ihrer eigenen Behandlung mitzuwirken und somit größere Erfolge zu erzielen.


Wie sieht die Zukunft von E-Health aus?

Sicher ist, dass die Konzerne alles dafür tun, in diesem Bereich aktiv zu werden. Bis zu sieben Milliarden Dollar sind alleine mit dem Handel der Daten möglich. Weitere Wertschöpfung ist nach oben offen, verhält sich der Gesundheitsbereich doch seit Jahren als eine der besten Möglichkeiten für Innovationen. Geht es nach den zuständigen Personen im Gesundheitsministerium, so soll es bis 2021 einen Zugang zu den virtuellen Patientenakten geben. Das wird allerdings nur der Anfang sein. Die Unternehmen investieren in immer mehr Lösungen rund um die gesundheitliche Vorsorge. Beratung, Versand von Arzneien und Bewertung von Ärzten spielt eine immer wichtigere Rolle. Die Digitalisierung dringt also unaufhaltsam in den Bereich der Gesundheit vor und Kritiker warnen bereits jetzt davor, dass der Umgang mit den Daten weiterhin in höchster Sensibilität erfolgen muss.