Amazon kauft Versandapotheke

Auch hier in Deutschland könnten Apotheken durch Amazon zu leiden haben, auch wenn hierzulande noch viele Richtlinien gelten, wodurch beispielsweise rezeptpflichtige Medikamente nicht versendet werden dürfen.

Amazon kennt heutzutage absolut jeder. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Unternehmen zu einem wahren Giganten entwickelt. Doch schon lange ist bekannt, dass Amazon noch größer werden möchte; immer weitere Sektoren einnehmen möchte. So stieg das Unternehmen vergangene Woche in den Medikamentenhandel ein, indem sie die US-Versandapotheke PillPack übernahm. 


 

Kampf um PillPack

PillPack war unter anderem dadurch bekannt, dass sie die Medikamente nicht bloß zu ihren Kunden verschicken, sondern den Patienten auch noch durch persönliche Beratung zur Seite stehen und diese tatkräftig unterstützen. Nicht nur Amazon bezeugte in Vergangenheit großes Interesse an dem Start-Up PillPack. Sogar der Supermarkt-Betreiber Walmart wollte in den Versandhandel von Pharmaka einsteigen und machte PillPack ein Angebot, welches laut einiger Quellen bei unter 1 Mrd. US-Dollar lag. Schon lange versucht Walmart, dem riesigen US-Konzern Amazon gegenüberzutreten und dessen Macht einzudämmen. Allerdings ohne ersichtlichen Erfolg. Wie viel Amazon nun letztendlich für die Übernahme von PillPack bezahlen muss, ist noch unklar. Am Donnerstag wurden darüber keine weiteren Angaben gemacht. 


 

Gefahr für andere heimische Apotheken?

Dass Amazon schon lange hoch hinaus will, war uns allen bewusst. Dass sie jedoch so schnell in diese neue Branche einsteigen würden, hätte kaum jemand für möglich gehalten. Innerhalb kürzester Zeit wird somit der Medikamentenhandel vollkommen auf den Kopf gestellt. Bei der Börse verloren Anteile von Apotheken-Ketten und Drogeriemärkten, die ebenfalls Medikamente verkaufen, in den USA zunehmend an Wert. Bis zu 10 Prozent mussten sie dabei einbüßen.

Auch hier in Deutschland könnten Apotheken durch Amazon zu leiden haben, auch wenn hierzulande noch viele Richtlinien gelten, wodurch beispielsweise rezeptpflichtige Medikamente nicht versendet werden dürfen. Lediglich OTC-Produkte (Over the Counter)sind hier erhältlich, da man so verhindern möchte, dass Patienten an Medikamente kommen, die normalerweise lebensgefährlich sein könnten ohne vorherige Beratung. Ob letztendlich tatsächlich Apotheken in Deutschland bedroht werden, bleibt abzuwarten.