Amazon kratzt als nächstes an der Billionen-Dollar-Grenze

Eine Weile sah es so aus, als würde der Boom für Wertpapiere von Technik-Unternehmen sich einem Ende entgegen bewegen. Papiere von Amazon, Alphabet, Microsoft und Amazon stagnierten und die Anleger waren überaus kritisch bei den Zahlen und den Prognosen für die Gewinnsteigerung der Firmen. Nun haben die wichtigsten Unternehmen aus diesem Bereich allerdings in den letzten Wochen und Monaten weiterhin zugelegt, nähern sich allesamt der Grenze von einer Billion Dollar an und gerade bei Amazon ist festzustellen, dass die Reise wohl ein offenes Ende hat. Es könnte sogar sein, dass man in Kürze Apple als das wertvollste Unternehmen der Welt überholen wird. Mit einem Blick auf die letzten veröffentlichten Zahlen und das stetige Wachstum des Versandhandels-Riesen, ist es kein Wunder, dass die Anleger weiterhin Vertrauen in das Wertpapier stecken.

 

Stetig steigende Zahlen und rundum positive Prognosen

Der Grund für den neuerlichen Boom bei der Aktie von Amazon lässt sich recht einfach auf der Basis von Zahlen finden: Seit Januar hat die Aktie um bis zu 70 Prozent zugelegt. Inzwischen ist man nur noch etwa sechs Prozent von einem Kurs über 2.000 Dollar entfernt. Gleichzeitig haben die Analysten geschätzt, dass der Höhenflug der Aktie noch lange nicht beendet ist. Mit ein wenig Glück und weiterhin positiven Zahlen sind Kursziele jenseits der 2.100 Dollar möglich. Man erwartet bei der nächsten Präsentation der Geschäftszahlen, dass der Umsatz auf über 265 Milliarden Dollar steigen wird - also über ein Drittel mehr, als bisher geschätzt wurde.

Gleichzeitig ist das strategische Wachstum von Amazon zu bemerken. Man hat sich längst davon verabschiedet, nur ein Dienstleister für die Vermittlung von Waren zu sein. Die eigenen Sparten aus dem IT-Bereich sind zum wichtigsten Zugpferd für die schwarzen Zahlen geworden, der Plattform-eigene Streamingdienst Amazon Prime ist inzwischen die wohl wichtigste Konkurrenz für den Branchenführer Netflix, die ebenfalls ein starkes Wachstum zu verzeichnen haben. Amazon hat gut und vor allem effizient diversifiziert, was dazu führt, dass man sich in keiner Abhängigkeit zum launischen Geschäft des Einzelhandels mehr befindet. All diese Faktoren haben dafür gesorgt, dass es keinen Grund gibt, warum Amazon die gesteckten Ziele nicht erreichen sollte.

 

Der Boom bei Tech-Aktien lässt andere Unternehmen profitieren

Neben Amazon und Apple, die zweifelsohne die Zugpferde unter dem neuen Boom der Technik-Aktien sind, gibt es natürlich auch noch andere Unternehmen, die vom neuerlichen Trend profitieren. Gerade Alphabet - der Mutterkonzern des Imperiums von Google - und das alteingesessene Microsoft haben in den letzten Monaten starke Steigerungen bei ihren Kursen erfahren. Das liegt natürlich auch daran, dass diese beiden Unternehmen im Windschatten von Apple und Amazon mitfahren. Viele Anleger sehen in den Technik-Aktien eine neue und vor allem schnelle Möglichkeit für hohe Gewinne. Da die Kurse bei Apple und Amazon längst Sphären erreicht haben, die für die meisten privaten Anleger zu hoch sind, entscheiden sie sich für andere Produkte aus der Branche.

Es ist zu erwarten, dass auch diese beiden Unternehmen sich recht schnell der Grenze von einer Billionen Dollar annähern werden. Wie lange der Boom anhalten wird ist zu diesem Zeitpunkt unsicher. Die Branche ist fragil und schon eine schlechte Gewinnmeldung könnte die Kurse entsprechend schnell wieder einbrechen lassen.