Amazon richtet Blick auf das Weihnachtsgeschäft

Amazon gilt als der wohl größte Onlineversandhändler der Welt. Eine besondere Stellung im Einzel- und Versandhandel nimmt die Weihnachtszeit ein, denn hier erzielen die entsprechenden Unternehmen einen Großteil des jährlichen Umsatzes. Mit einem Blick auf das Weihnachtsgeschäft beginnt der Onlinehändler Amazon bereits jetzt mit der Vorbereitung.

Ein Großteil der Arbeitnehmer befindet sich aktuell im Urlaub. Zudem kommt die Arbeit in den Unternehmen etwas zum Erliegen, da sich das jährliche Sommerloch breit macht. Anders stehen die Zeichen bei Amazon, denn bereits jetzt bereitet sich das Unternehmen auf das wichtige Weihnachtsgeschäft vor. Dafür stellt das Unternehmen mitten im Hochsommer neue Arbeitskräfte im Logistikzentrum in Koblenz ein. Insgesamt soll die Belegschaft fast verdoppelt werden.

Aktuell verfügt das Logistikzentrum Koblenz über rund 1.900 Arbeitnehmer. Doch nun kündigt das Unternehmen an, dass rund weitere 1.500 Weihnachtsaushilfen zusätzlich benötigt werden. Laut dem Standortleiter Nikolai Lisac steigt die Anzahl der eingelagerten Waren zum Weihnachtsgeschäft auf rund elf bis zwölf Millionen Stück an. Im Normalfall befinden sich lediglich acht bis maximal zehn Millionen Artikel im Logistikzentrum. Für den Standort ist die Einstellung der neuen Arbeitskräfte ein gutes Signal, denn diese Investition ist bereits die dritte Investition in Millionenhöhe in einer Dreijahresfrist. So wird beispielsweise die Fördertechnik für die Artikel verbessert. Auch die Packtische für die Mitarbeiter werden optimiert und ergonomischer gestaltet. Aus diesem Grund werden nun höhenverstellbare Packtische installiert. Das Logistikzentrum wurde bereits 2012 eröffnet und verfügt über eine Fläche von 110.000 Quadratmeter. Dies entspricht der Grundfläche von 15 Fußballfeldern.

 

Weitere Investitionen in Frankenthal

Neben Koblenz ist vor allem das Logistikzentrum im Fokus der Vorbereitung. Das Amazon-Zentrum Frankenthal gilt als besonders modern und wird im Zuge der Weihnachtsvorbereitungen mit zusätzlichen Arbeitskräften versorgt. Im Rahmen der Automatisierung hat das Unternehmen auf der rund 88.000 Quadratmeter großen Lagerfläche Transportroboter und bewegliche Regale installiert. Diese erleichtern die Arbeit für die Angestellten und helfen zudem bei der Steigerung der Effizienz. Insbesondere die entfallenden Laufwege tragen dazu bei, dass das Logistikzentrum trotz seiner geringen Größe mehr Waren lagern kann. Zudem seien die Jobs der Angestellten durch diese moderne Technologie nicht gefährdet. Stattdessen werden kostspielige Prozesse vermieden und die Ergonomie optimiert.

Für den Sprecher der Verdi, Günter Isemeyer, ist dieses Versprechen jedoch zweifelhaft. Demnach fördert die Gewerkschaft die Verlagerung von Schwerarbeit an Maschinen. Allerdings sei bei Amazon ein Trend zur Personalreduktion ersichtlich. Auch der Dauerkonflikt zwischen Amazon und der Verdi wurde von Isemeyer thematisiert. Demnach müsse mit Streiks an den Amazon-Standorten gerechnet werden, solange das Unternehmen nicht bereit sei neue Tarifverhandlungen zu führen. Die Streiks könnten zudem in jedem deutschen Standort stattfinden. Für Nikolai Lisac sind die Vorwürfe der Verdi schlichtweg haltlos. Demnach sei Amazon ein besonders guter Arbeitgeber, der die Angestellten für die entsprechende Arbeit fair entlohne. Allein in Koblenz verdient ein Amazon-Angestellter im Durchschnitt 2.638 Euro monatlich. Dieses Gehalt werde bereits nach einer Unternehmenszugehörigkeit von zwei Jahren erzielt. Im Zuge der Automatisierung wird Amazon Tarifverhandlungen vermeiden wollen, da ansonsten steigende Kosten zu befürchten sein. Stattdessen wird der Konzern den Personalbedarf weiterhin mit Zeitarbeitskräften decken.