Anleger fürchten vor Italiens neuer Regierung

Warum steigt der italienische Risikoaufschlag kontinuierlich?

Die neue Regierung Italiens, welche aus der linkspopulistischen Partei „Fünf Sterne“ sowie der rechtsnationalen Partei „Lega“ bestehen soll, steht zwar noch nicht zu 100 Prozent fest, hat jedoch bereits einen negativen Ruf erhalten. Dies kann durch den Risikoaufschlag Italiens, bezogen auf deren Staatsanleihen, ersichtlich gemacht werden. Dieser ist im Vergleich zu den deutschen Bundesanleihen in den letzten Wochen wesentlich angestiegen. Der sogenannte Spread nahm seit 14 Monaten erstmals wieder ein Rekordhoch ein. Dieser Anstieg resultiert aus den Renditen, welche sich aus den italienischen Staatsanleihen ergeben und Kursverluste hervorrufen. Dieser Anstieg erhöhte sich innerhalb kürzester Zeit um eine Vielzahl an Prozentpunkten.

 

Warum bereitet die italienische Regierung den Anlegern Sorgen?

Die italienischen Parteien, welche vor einigen Wochen noch nicht für eine Koalition bereit waren, mittlerweile aber in hoher Wahrscheinlichkeit bald die italienische Regierung ausüben werden, bereiten den Anlegern hohe Sorgen. Diese resultieren hauptsächlich aus den Ausgabenplänen der beiden Parteien. Der Anleihefachmann Martin Hasse tat seine Meinung kund, in dem er erläuterte, dass diese Risikoprämie noch weiterhin an Zuwachs gewinnen wird, wenn die italienischen Parteien weiterhin diese enorme Konfrontation mit den übrigen europäischen Ländern anstreben würden. Des Weiteren empfiehlt Hasse, das Investieren in italienische Staatsdarlehen zu vermeiden, bis die Lage aufgeklärt wurde. Dies begründet er mit der derzeitigen Unsicherheit bezogen auf die zukünftige Entwicklung. Gleichzeitig erläuterte er ebenso, dass er einen so großen Sprung, wie im Jahre 2011, ausschließen kann.

 

Was gibt es über die Parteivorsitzenden zu sagen?

Matte Salvini, Parteivorsitzender der Lega, erläuterte, dass Italien in den letzten Jahren viel zu positiv gegenüber der Europäischen Union aufgetreten ist. Laut ihm müsse Italien allerdings die Kraft dazu haben, um nein zu sagen. Im Zuge dessen erteilte er der Europäischen Union eine strikte Absage. Aufgrund dessen wird eine Konfrontation zwischen Italien und der Europäischen Union unvermeidlich sein. Der Bankenanalyst Reid bestätigte, dass Italien in den letzten Jahren einen Leistungsbilanzüberschuss aufgewiesen hat. Die Fälligkeit der Staatsanleihen wurde mittlerweile bereits auf sieben Jahre erhöht. Darüber hinaus sind momentan sehr günstige Finanzierungskonditionen gegeben. Dies wurde von der Europäische Zentralbank verschuldet.

 

Was gibt es über die Schulden in Italien zu sagen?

Italien weist die höchsten Schulden in der Eurozone auf. Diese betragen derzeit 2,14 Billionen Euro. Aufgrund dessen betrug das Verhältnis von den Staatsschulden zu dem erreichten BIP im Jahre 2017 131 Prozent. Durch das hohe Schuldenpensum Italiens werden viele Anleger zusätzlich verunsichert. Die Ideen der Regierung tragen hierbei nicht gerade positiv bei. Die erste Idee, welche mittlerweile bereits wieder verworfen ist, war, 250 Milliarden Euro der italienischen Staatsanleihen zu streichen. Die zweite Idee liegt darin, dass die Regierung Italiens genau überprüfen möchte, ob Italien staatliche Verbindlichkeiten bedienen sollte. Darüber hinaus wird der Eurokurs enorm belastet werden, da eine parallele Währung immer weiter in die Köpfe der Menschen vordringt.

 

Wie wirkt sich das Ganze auf den Aktienmarkt aus?

Grundsätzlich weisen sich die Pläne der neuen Regierung, bezogen auf den Aktienmarkt, in einer negativen Weise auf. Bereits jetzt entwickelt sich der italienische Aktienmarkt in die negative Richtung und erreicht hohe Prozentverluste.