Anleger schützen sich erneut vor einem Ausverkauf

Das wohl beherrschende Thema des aktuellen Börsenjahres ist der Handelsstreit zwischen China, Europa und den USA.

Weiterhin lastet der Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa auf den Aktienmärkten. Aus einer aktuellen Umfrage geht jedoch hervor, dass auch eine weitere Eskalation dieses Streits zu keiner Baisse an den Märkten führen wird. 


Der Handelsstreit ist das beherrschende Thema

Bei einer weiteren Eskalation des Streits erwarten viele Experten eine Konsolidierung an den Finanzmärkten. Stephan Heibel, ein Börsenexperte, sieht das jedoch etwas differenziert, denn die erste Reaktion werde wohl stark aber kurzlebig sein. Vor allem Investoren, die zum aktuellen Zeitpunkt Geld aus dem Markt ziehen, werden den weiterhin steigenden Kursen hinterherlaufen. Die späten Zukäufe werden im Endeffekt zu weiteren Kurssteigerungen beitragen. 

Diese Prognose basiert auf dem Handelsblatt Dax-Sentiment, einer Umfrage, welche mehr als 3.000 Anleger zur aktuellen Börsenstimmung befragt. Basis dieser Studie sind zwei grundlegende Annahmen. Eine optimistische Haltung der Anleger bedeutet, dass bereits viele Anleger investiert sind und somit nur wenige übrig bleiben, die im Nachhinein investieren könnten. Im anderen Szenario gilt, dass die Anleger eine pessimistische Einstellung gegenüber der Marktentwicklung aufweisen. Das bedeutet, dass wenige investiert sind und nur wenige durch einen weiteren Verkauf für die weitere Senkung des Kaufkurses sorgen könnten. 

Im Laufe der vergangen Wochen konnte Heibel stets korrekte Prognosen aufzeigen. So soll der Markt auch im Zuge der kommenden Wochen eine Seitwärtsbewegung durchführen, wobei die Kurse sogar steigen könnten. In der Vergangenheit hat der 5-Wochendurchschnitt des Sentiments stets verlässliche Einstiegssignale generiert. Vor gut drei Wochen prognostizierte der Animusx-Geschäftsführer einen Anstieg der Börsenwerte und tatsächlich stiegen die Kurse der Dax-Unternehmen um rund fünf Prozent an. 


Deckungskäufe der Shortseller sorgen für einen Aufschwung

Laut Heibel sorgten jedoch vor allem die Deckungskäufe der Shortseller in den vergangenen Wochen für einen Aufschwung. Vor allem das Ausbleiben eines Crashs sorgte dafür, dass die Shortseller die bestehenden Shortpositionen wieder verkauften. 

Entgegen der breiten Meinung sind solche Spekulationen allerdings ein Sicherheitsnetz für die Börsen, da die Short-Produkte auf dem Prinzip des Leerverkaufes basieren. Im Rahmen eines solchen Produktes leiht ein Aktieninhaber einem Shortseller eine Aktie gegen eine Gebühr. Dieser verkauft das geliehene Papier und versucht anschließend den Titel billiger zu erwerben. Nach der Rückgabe des Papiers bleibt die Differenz zwischen Kaufs- und Verkaufspreis abzüglich der Leihgebühr als Gewinn über. Sollten die Aktienkurse jedoch ansteigen, müssen die Leerverkäufer die Aktien erneut kaufen, sodass die Verluste nicht ansteigen. Sollten die Kurse fallen, realisiert der Leerverkäufer die Gewinne. Beide Vorgehensweise stabilisieren den Kurs einer Aktie. 


Erwartungen für die kommenden Monate

Sollte eine positive oder geringfügig negative Wirtschaftsentwicklung eintreten, so könnte auch die für steigende Kurse sorgen, denn die grundlegende Konjunkturprognose fällt negativ aus und wurde bereits in den Aktienkurs eingepreist. Der 5-Wochen-Durchschnitt des Dax-Sentiments ist erneut gesunken, sodass sich eine weitere Stabilisierung des Aktienmarktes andeutet. 

Auch zum aktuellen Zeitpunkt erwarten 55 Prozent der Teilnehmer eine Seitwärtsbewegung an den Märkten. Zudem geht jeder zehnte Investor von einer Aufwärtsbewegung aus. 21 Prozent der Teilnehmer sehen allerdings einen übergeordneten Abwärtstrend, sodass die allgemeine Stimmung zurückgegangen ist.