Apple knackt die Billionenmarke

Der Hersteller des iPhones hat als erstes börsennotiertes Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion US-Dollar erreicht. Apple verdankt diesen Erfolg vor allem einem einzigen Produkt.

Für die Anleger an den Finanzmärkten ist der kalifornische Technologiekonzern nun mehr als eine Billion Dollar wert. Am Donnerstag konnte das Kult-Unternehmen aus Cupertino diese Marke knacken. Bereits am Vortag näherte sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens dieser magischen Grenze. Als Grund für den rapiden Anstieg können die Geschäftszahlen genannt werden. Der iPhone-Hersteller konnte bei der Veröffentlichung der Zahlen die hohen Erwartungen des Marktes übertreffen und mit 41,3 Millionen verkauften iPhones während der vergangenen drei Monate einen neuen Umsatzrekord erzielen. Vor allem das iPhone X trug zu diesem Ergebnis bei. Hierbei handelt es sich um die rahmenlose Luxusausführung des iPhones, welche zu einem Verkaufspreis von 1.149 Euro in Deutschland angeboten wird. Zu Beginn des Jahres gingen die Nachricht um, dass sich Apple Chef Tim Cook mit dem Preis des neuen Geräts übernommen habe. Die neuen Quartalszahlen offenbaren jedoch eine andere Realität. 

 

Auf der Suche nach neuen Umsatzquellen 

Allein im vergangenen Quartal setzte das amerikanische Unternehmen rund 53 Milliarden Dollar um, sodass ein Gewinn von 11,5 Milliarden Dollar erzielt wurde. Für das kommende Quartal stellt Cook einen Umsatz von 60 bis 62 Milliarden Dollar in Aussicht. Professionelle Analysten erwarteten einen geringen Umsatzanstieg. Für die Börsenexperten bedeutet die hohe Marktkapitalisierung Apples jedoch keinen Rekord, denn der staatliche chinesische Ölkonzern Petrochina wurde bereits im Rahmen der Erstnotierung im Jahr 2007 mit einer Billionenbewertung gezeichnet. Ein Blick auf die aktuelle Bewertung offenbart jedoch, dass das Unternehmen heute weit von einer vergleichbaren Bewertung entfernt ist. 

Für Apple sorgte vor allem das iPhone für den Durchbruch. Auch heute hängt der Erfolg des Konzerns vom Erfolg des iPhones ab. Doch mittlerweile sucht das Unternehmen nach anderen Umsatzquellen und passt die Strategie somit denen von Amazon und Facebook an. Mit der iWatch, einer intelligenten Computeruhr, konnte Apple bereits eine Smartwatch veröffentlichen, die jede klassische Uhr unter Berücksichtigung der Verkaufszahlen in den Schatten stellt. Auch der kabellose Kopfhörer Airpod verkauft sich immer besser. Als eine der wichtigsten Stützen konnte sich auch das Dienstleistungsgeschäft etablieren. Insbesondere die Dienste Apple Pay, Apple Music und der App Store gelten heute als eine Umsatzstütze für das Unternehmen. 

 

Dienstleistungen sind die zweitgrößte Sparte bei Apple 

Hinter dem iPhone konnten sich die Dienstleistungen als zweitgrößte Sparte etablieren. Apple Pay sorgte für die Abwicklung von mehr als einer Trilliarde Transaktionen. Diese Zahl entspricht einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit der Einführung des Bezahldienstes in Deutschland und weiteren europäischen Märkten bietet der Service auch weiteres Wachstumspotenzial. Auch Apple Music kann als Erfolg angesehen werden. Der Streamingdienst ist hinter Spotify der zweitgrößte Anbieter für Musik-Streaming-Angebote und kann auf eine Vielzahl zahlender Kunden blicken. Auch der App Store dient als Umsatzgarant bei Apple. Jeder iPhone-Nutzer hat einen Zugriff auf diese App Store und muss sämtliche Apps in jenem erwerben. Der Umstand, dass Apple den Kunden ein geschlossenes Ökosystem mit einer eigenen Hardware und einer spezialisierten Software an die Hand gibt, gilt als Erfolgsrezept des Konzerns. Die Wechselbarrieren sind vergleichsweise groß, da Apple-Kunden die Vorteile dieses Ökosystems zu schätzen wissen. 

Doch das Erreichen der Billionenmarke war dennoch eine große Hürde für Apple, denn die Messlatte zur Erreichung dieses Meilensteins lag höher als erwartet. Dies liegt am Quartalsbericht, welchen Apple bei der Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Demnach hat sich die Zahl der ausstehenden Aktien im vergangenen Quartal von 4,92 Milliarden auf 4,83 Milliarden reduziert. Das bedeutet auch, dass der Aktienkurs zur Erreichung der Billionenmarke bei 207,05 Dollar lag. Einige Finanzportale berichteten dementsprechend zu früh über die Zielerreichung.