Apple mit sehr guten Zahlen im Q3: Zur Belohnung Börsenrekord

Das Rennen um den Börsenwert von der magischen Zahl eine Billion Dollar ist entschieden. Apple hat nach Vorlegen der sehr guten Quartalszahlen am Dienstag nun die Billionengrenze übersprungen und damit Amazon des Feldes verwiesen. Somit ist der Tech-Konzern aus Cupertino das erste Privatunternehmen weltweit, dass diesen Wert erreicht. Mit dem iPhone X konnten überraschend gute Verkäufe realisiert werden, auch Apple Pay hat substanziell zum Erfolg beigetragen.

Am Dienstag stellte Apple den Geschäftsbericht für das Quartal drei vor. Mit einem Umsatzplus von 17 Prozent konnten 53,3 Milliarden Dollar vereinnahmt werden. Der Nettogewinn von 11,5 Milliarden Dollar bedeutet einen Anstieg von 32 Prozent. Pro Aktie wurden somit 2,34 Dollar verdient - 18 Prozent mehr. Diese Zahlen lagen allesamt über den Erwartungen der wichtigsten Analysten und sorgten tags darauf für kräftige Aktienkäufe, womit der Kurs auf 207,39 Dollar stieg. Für die Billionenmarke wurden 207,05 Dollar benötigt. Zum Vergleich: Apple wird nun so hoch bewertet wie die 15 größten deutschen Aktienunternehmen zusammen.
 

Kein Hype um iPhones - aber hohe Margen

Ein Boom ist bei iPhones nicht zu beobachten, doch die Geräte mit dem Apfel-Logo sorgen weiterhin für hohe Margen und die Konsumenten kaufen auch gerne die neuen Geräte. So war das iPhone X das bestverkaufte iPhone im Q3, nicht etwa die deutlich günstigeren Vorgängermodelle. 41,3 Millionen iPhones wurden abgesetzt. Dank eines hohen Startpreises von 999 Dollar (USA) bzw. 1149 EUR für das aktuelle Flaggschiff steigerte sich der Umsatz mit iPhones um 20 Prozent, wenngleich nur ein Prozent mehr Geräte als im Vorjahreszeitraum abgesetzt wurden. 55 Prozent des Konzernumsatzes fiel somit auf iPhones.

 

Rekordumsatz als Aggregator: Apps, Musik und Zahlungsdienstleistungen

Nicht nur die Hardware macht Apple aus, sondern die geschlossene Infrastruktur der Software-Dienstleistungen. Auch hier konnte der Konzern abermals punkten. Mit Apple Music, dem App Store und Apple Pay wurden 9,5 Milliarden Dollar erlöst - 31 Prozent Wachstum. 300 Millionen zahlungspflichtige Abonnements weist die Sparte mittlerweile auf. Zum Vergleich: Netflix hat 124 Millionen zahlende Kunden, Spotify 83 Millionen.

Der Absatz des Tablet-Computers iPad und der Desktop-PCs Mac(intosh) verringerte sich jeweils fünf Prozent. Dagegen waren die kabellosen Kopfhörer Airpod und die Apple Watch im Trend und brachten einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar, ein Plus von 37 Prozent.

 

Wie geht es weiter

Konzernchef Tim Cook erwartet für das nächste Quartal ein Wachstum von 14 bis 18 Prozent, d. h. Umsätze von 60 bis 62 Mrd. Dollar. Dieser Optimismus fußt auf der Veröffentlichung neuer iPhones im Herbst und der Einführung von Apple Pay in Deutschland noch in diesem Jahr. Immerhin gibt es den Bezahldienst in den Vereinigten Staaten schon seit 2014, wo er sich wachsender Beliebtheit erfreut.

Sorgen muss sich der Technologieriese derweil aufgrund des Zollstreits mit China. Im Land der Mitte wird der Großteil der iPhones gefertigt, auch als Absatzmarkt spielt China eine große Rolle.