Aston Martin will an die Börse

Aston Martin hat bei der britischen Regierung die Dokumente für die Zulassung an der Londoner Börse eingereicht. Die Registrierungsdokumente sollen bis zum 20. September intern bei Aston Martin diskutiert werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.
Bei einer positiven Entscheidung will der 1913 gegründete Fahrzeugbauer eine Premium-Notierung an der London Stock Exchange realisieren. Mit einem geschätzten Unternehmenswert von 5,5 Milliarden Euro hat Aston Martin die notwendigen finanziellen Mittel, um auch im Bereich der Wertpapiere Erfolge zu feiern. Die Konkurrenten Rolls-Royce, Bentley und Jaguar haben die Londoner Börse bereits vor Jahren verlassen.
Aston Martin plant nach Brancheninformationen den Verkauf von Anteilen diverser italienischer und kuwaitischer Investoren, um einen Streubesitz von 25 Prozent zu erzielen. Ermöglicht wird dieser Schritt durch hohe Gewinne im vergangenen Geschäftsjahr.


Sportwagen-Ikone auf der Erfolgsspur

Von 2011 bis 2017 musste Aston Martin regelmäßig Verluste verbuchen. Zuletzt drohte sogar die insgesamt achte Insolvenz des britischen Autoherstellers, der in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte bereits mehrmals Zahlungsunfähigkeit bekunden musste. Erst die Produktion des erfolgreichen Aston Martin DB11 brachte die Kehrtwende. Angetrieben durch den früheren Nissan-Manager Andy Palmer, der 2014 das Lenkrad des Kultwagen-Bauers übernahm, konnten 2017 erstmals wieder Gewinne verzeichnet werden. In den ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres wurde eine Umsatz von 444,9 Millionen Pfund erzielt. Das ist eine Steigerung von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der vorsteuerliche Gewinn stieg sogar um 14 Prozent auf 105,9 Millionen Pfund. „Eine gute Basis für unseren Börsengang“, so Palmer in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.


Erstplatzierung in Höhe von fünf Milliarden Pfund

Bei einem möglichen Börsengang könnten einige der Investoren abspringen. Das italienische Investmentfonds Investindustrial hat sich bislang nicht zu den Plänen geäußert. Der Daimler-Konzern, welcher mit 4,9 Prozent an Aston Martin beteiligt ist, wird weiterhin Aktionär bleiben, so der Autobauer aus dem englischen Gaydon.
Für die Erstplatzierung an der Börse ist eine Summe von fünf Milliarden Pfund Sterling denkbar. Die aktuellen Pläne des Unternehmens – unter anderem soll ein neues Werk in Wales entstehen, durch das bis zu 14.000 Autos pro Jahr produziert werden sollen – könnten den Börsengang zu einer britischen Erfolgsgeschichte machen. Die endgültige Entscheidung wird für den 20. September erwartet.