Auf den vorderen Plätzen: Deutsche Autoaktien weiter auf Erfolgskurs

Durch den großen Handelsstreit zwischen den USA und China wird die Wirtschaft besonders in den Exportnationen derzeit stark erschüttert. Auch die Währungskrise in der Türkei wirkt sich schlecht auf die weltweite Wirtschaftslage aus. Die stagnierenden Quartalszahlen und Umsätze wundern deshalb hier in Deutschland kaum jemanden. Der Leitindex Dax geht bei einer derartigen Lage natürlich nicht mit Gewinnen aus dieser Woche. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen konnten die drei größten deutschen Automobilkonzerne trotzdem zulegen. Auch wenn die deutschen Automobilkonzerne ihre Erwartungen für die Jahresgewinne im Nachhinein gebremst haben, sind Autoaktien derzeit im Aufschwung und erzielen an der Börse gute Ergebnisse. Dafür sind maßgeblich die Vereinigten Staaten verantwortlich.

 

Was hat die USA getan?

Durch die Gespräche zwischen Donald Trump und Jean-Claude Juncker konnte sich die EU mit den USA doch noch ohne die beidseitig angedrohten Sanktionen einigen. Dadurch konnte ein potenzieller Handelskrieg verhindert werden, weshalb die entsprechenden Unternehmen nun vorerst wieder ohne Sorge um Strafzölle weiterproduzieren können.

Besonders davon betroffen wären die deutschen Autokonzerne gewesen. Diese sorgen für einen sehr hohen Anteil am deutschen Bruttoinlandsprodukt und sind deshalb eine der wirtschaftlichen Säulen Deutschlands. Bisher verkaufen diese Unternehmen sehr viele Fahrzeuge nach Amerika, da auch dort die deutsche Qualität gerne auf den amerikanischen Highways gesehen wird. Durch die angedrohten Strafzölle für Automobilkonzerne für Exporte in die USA wären die Umsatzzahlen der Konzerne drastisch gesunken. Davon währen sowohl die Arbeitsplätze in amerikanischen, als auch in deutschen Werken gefährdet gewesen, wodurch die Lage für die zahlreichen Mitarbeiter in dieser Zeit nicht absehbar war. Der Rückgang von Arbeitsplätzen im eigenen Land ist aber sicherlich auch für Donald Trump keine schöne Auswirkung, weshalb er die Strafzölle auf deutsche Fahrzeuge vermutlich eher als Druckmittel verwendet.

 

Die Hoffnungen aus den Vereinbarungen

Durch die erfolgte Einigung können die Autobauer nun wieder ohne Risiko produzieren und müssen sich keine finanziellen Sorgen um Strafzölle machen. Die Aktien sind nach diesen Verhandlungen bei BMW am höchsten angestiegen. Die BMW-Aktie legte 4,5 Prozent zu. Aber auch für Volkswagen mit einem Anstieg von 3,1 Prozent und bei Daimler mit 2,8 Prozent Zuwachs, sieht es derzeit wieder deutlich besser aus. Die Erwartungshaltungen in Bezug auf die Verkaufszahlen am Ende des Jahres bleiben trotzdem noch gehemmt, da wirtschaftliche Folgen nicht ausgeschlossen werden können. Die Zölle sind zwar während den aktiven Verhandlungen pausiert, falls diese jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten abgebrochen werden, geht die Unsicherheit wieder von vorne los und sorgt für schwache Aktienkurse. Auch die Zollerhöhung Chinas auf den Import von Mercedes-SUVs aus Amerika sorgt noch für Unklarheit, in wie fern der Aktienkurs von Daimler darauf reagieren wird.

Das Investieren in Automobilaktien ist durch die aktuellen Geschehnisse zwar wieder etwas aussichtsreicher geworden, eine sichere Anlage stellen diese jedoch aufgrund der schwankenden Wirtschaft derzeit aber nicht dar. Auch wenn sich die Aktien vorerst beruhigt haben, gibt es in diesem Zusammenhang keine Sicherheiten. Durch zukünftige Ankündigungen oder Reaktionen eines beliebigen Landes können die Automobilaktien wieder ins Schwanken geraten und für eine unsicherere Wirtschaft in Deutschland sorgen.