Ausländische Dominanz bei Dax-Konzernen

Die 30 im DAX notierten Konzerne werden den Aktionären im Jahr 2018 rund 35 Milliarden Euro überweisen. Deutsche Anleger oder Sparer haben aber nur sehr wenig von den Ausschüttungen der Konzerne - auch wenn sie gerne Mercedes oder VW fahren, Aspirin nehmen und Persil für die Wäsche nutzen, so überlassen sie das Mitspracherecht und die Gewinnausschüttung den ausländischen Anlegern, weil sie sich nicht für Unternehmensbeteiligungen interessieren.


Mehr als die Hälfte aller DAX-Investoren kommen aus dem Ausland

Ende des Jahres 2017 waren 53,7 Prozent der DAX-Aktien im Besitz ausländischer Investoren - Ende 2016 lag der Anteil bei 52,4 Prozent. Blickt man etwa auf Adidas, Bayer, Linde oder Infineon, so gehören mehr als 70 Prozent der Aktien den ausländischen Anlegern. Es gibt aber auch Unternehmen, von denen ausländische Anleger die Finger lassen - dazu gehören Covestro (29 Prozent) und Henkel (26 Prozent).

Der Grund? Die Ankeraktionäre. So hält die Henkelfamilie mehr als 50 Prozent der Anteile, bei Covestro besitzt Bayer noch immer 14 Prozent. Somit ist es kein Geheimnis, das vorwiegend ausländische Aktionäre von den Dividendenausschüttungen profitieren - insgesamt werden 19,4 Milliarden Euro ins Ausland überwiesen. 35,8 Prozent der Aktien werden von deutschen Anlegern gehalten - im Jahr 2016 waren es 37,7 Prozent. 10,5 Prozent können geografisch nicht zu 100 Prozent zugeordnet werden. Deutsche Konzerne, so etwa Daimler, BMW, SAP und BASF profitieren vom extrem schnellen Weltwirtschaftswachstum. Rund zwei Drittel der Umsätze werden von den 30 DAX-Konzernen nämlich im Ausland erzielt.


Privatanleger fallen kaum ins Gewicht

Vor allem handelt es sich bei den ausländischen Anlegern um Europäer - rund 25 Prozent der Anleger kommen aus Europa. Dahinter befinden sich nordamerikanische Investoren (21 Prozent). Der Großteil der ausländischen Aktienbesitzer sind aber institutionelle Anleger - dazu gehören etwa Versicherungen, Pensions- oder Investmentfonds oder auch Kreditinstitute. Jene halten - durchschnittlich - 6 von 10 Aktien (rund 63 Prozent) und spielen bei Bayer (88 Prozent), Infineon (90 Prozent) bei der Deutschen Börse (93 Prozent) die größte Rolle. Privatanleger haben nur eine ausgesprochen geringe Bedeutung. 

So halten sie gerade einmal rund 11 Prozent der Aktien - besonders viele Privatanleger gibt es bei BASF (29 Prozent) und der Lufthansa (47 Prozent). Rund 12 Prozent der Aktien werden von strategischen Investoren - also Unternehmen und/oder Familien - gehalten. Hier rücken vor allem BMW (43 Prozent) und Continental (46 Prozent) in den Mittelpunkt.