BASF: Ehrgeizige Ziele - trotzdem Enttäuschung an der Börse

Als BASF-Chef Brudermüller seinen Dienst an der Spitze des Konzerns antrat, war eine seiner wichtigsten Aussagen, dass er das Unternehmen wieder effizienter und profitabler gestalten wolle. Mit der Hilfe von gezielter Expansion nach China und einer deutlichen Reduzierung der eigenen Kosten will der CEO den Konzern BASF wieder in die richtige Spur bringen und sich so der Konkurrenz stellen.

Wie das Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte, ist das Ziel, dass der Ebitda in den nächsten Jahren konstant um drei bis fünf Prozent steigen soll. Das bedeutet allerdings, dass man sich bei BASF darauf eingesteht, dass man den Erfolg der letzten Jahre nicht mehr halten kann. Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger, die Aktie gab nach der Verkündung der Pläne um 2,6 Prozent nach. Glaubt man der Meinung von Analysten, ist das Ziel zu tief veranschlagt. Es wäre mit einer Optimierung mehr drin als die voraussichtliche und angepeilte Wachstumsrate, die von Sondereffekten bereits bereinigt wurde.

Brudermüller verweist darauf, dass man in den letzten Jahren mit über acht Prozent Steigerung im Schnitt deutlich über den Vegleichswerten der Branche liegt, die etwa 3,7 Prozent betragen haben. Mit den neuen Maßnahmen soll es möglich sein, etwa 2 Milliarden Euro mehr zum Unternehmensergebnis beizutragen. Das Ziel ist es dabei, dass auch wichtige Investitionen in die Forschung, die Logistik und schließlich auch in solche Prozesse wie die Digitalisierung und die Automatisierung erledigt werden. Darüber hinaus sieht der Plan vor, dass in den kommenden Jahren Erneuerungen und Neuanschaffungen von Produktionsanlagen erledigt werden.

Wichtige Faktoren für die geplanten Ziele sind das Chinageschäft und eine neue Struktur im Konzern. Die Experten verweisen darauf, dass der Anteil Chinas am weltweiten Handel mit Chemieprodukten in den nächsten Jahren wohl von 40 auf 50 Prozent steigern wird. Daher werden entsprechende Standorte ausgebaut und erweitert. Darüber hinaus will man verschiedene Teile des Unternehmens transparenter aufstellen und dafür sorgen, dass die eigenen Aktivitäten effizienter gestaltet werden.


Fusionen und Zukäufe aber auch Verkäufe von Sparten möglich

Man will vor allem das Wachstum im eigenen Unternehmen prüfen. Sollte es Sparten geben, die mit den ehrgeizigen Zielen der neuen Geschäftsführung nicht mithalten können, gibt es Überlegungen, diese zu verkaufen. Ähnlich sieht es mit Möglichkeiten für das Wachstum aus. Sofern sich Synergien in bestimmten Bereichen ergeben, sind strategische Investitionen durchaus möglich. Vorerst ist man bei BASF aber ohnehin damit beschäftigt, die neu gewonnen Teile von Bayer zu integrieren, die in Kombination mit dem Aufkauf von Monsanto abgegeben werden mussten. Vorerst sind die Pläne von BASF auf das Jahr 2020 ausgerichtet. Dann wird man die Situation neu analysieren und sich dementsprechend entscheiden, ob die eigenen Pläne funktioniert haben und wie man sich in den kommenden Jahren weiter aufstellen möchte.