"BB-": Ratingagentur stuft neuerlich die Kreditwürdigkeit der Türkei herab

Das wird die Türken ganz bestimmt nicht freuen: Standard & Poor's, eine der bekanntesten Ratingagenturen, hat nun die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft - die Türkei befindet sich nun auf der sogenannten Ramschbereich-Ebene. Die Gründe, warum die Bonität des Landes herabgestuft wurde, sind vielfältig - einerseits ist es die Landeswährung, andererseits die Inflation.


Die Folgen

Vergangenen Mittwoch teilten die Bonitätsprüfer mit, die Ratingnote des Landes würde nun bei "BB-" liegen. Dabei handelt es sich um die dritthöchste Note im sogenannten Junk- und Ramschbereich. Eine weitere Abstufung muss von Seiten der Türkei aber nicht befürchtet werden - der Ausblick sei, so Standard & Poor's, zumindest stabil. Doch die Herabstufung hatte bereits Folgen: Am türkischen Finanzmarkt kam es bereits am Mittwoch zu höheren Renditen für Staatsanleihen. Vorwiegend stiegen Risikoaufschläge für die Staatsanleihen des Landes, die in der Währung US Dollar ausgegeben werden.


Die Gründe

Die Ratingagentur begründete die Herabstufung dahingehend, dass eine kreditgetriebene und auch unausgewogene Wirtschaftsentwicklung beobachtet werden konnte, die sehr wohl deutliche Überhitzungstendenzen zeigen würde. Vor allem seien die Überhitzungstendenzen problematisch - diese würden nämlich aufgrund der wirtschaftlichen Überstimulierung durch die Konjunkturmaßnahmen der türkischen Regierung entstanden sein. Auch sind die Bonitätsprüfer der Meinung, dass das hohe Leistungsbilanzdefizit zum Problem werden könnte. Des Weiteren kritisierte die Ratingagentur auch das immer weiter nach oben steigende Haushaltsdefizit. Auch die Inflation sei eine "nicht zu unterschätzende Gefahr für die Türkei" geworden. Aber auch die Lira, die türkische Währung, die vor allem für starke Schwankungen bekannt ist, sei ein Risiko. So sei es dem Privatsektor kaum möglich, dass jene Schulden, die in einer ausländischen Währung aufgenommen wurden, zurückbezahlt werden. Auch wenn der Ausblick stabil ist, so müssen die Türken dennoch Acht geben und die Gefahren ernst nehmen, um eine weitere Verschlechterung verhindern zu können.