Berater und Verwalter: Echte Mehrwerte durch Private Equity

Aktien, Renten und Cash als alleinige Portfoliobestandteile sind oftmals nicht mehr ausreichend. Daher sprechen Berater, Banken und Vermögensverwalter mittlerweile regelmäßig mit ihren Kunden über Private Equity-Investments.

Die Zeiten, in denen Anleger nur auf Aktien, Renten und Cash und gegebenenfalls ein paar Immobilien rund um den eigenen Kirchturm setzten, gehen langsam vorbei: Festverzinsliche Papiere bewegen sich seit einigen Jahren bei Null oder darunter, die Schwankungen an den Aktienbörsen nehmen bedrohlich zu, Liquidität wird von der steigenden Inflation bedroht, und die Immobilienpreise erhöhen sich an den allermeisten Standorten kontinuierlich weiter.

Diese Tendenzen führen dazu, dass private und semi-institutionelle Investoren, die eigentlich auf eher klassische Anlageformen geeicht sind, sich auch neuen Ideen zuwenden. Und dazu gehört eben auch Private Equity als alternative Assetklasse, mit der sich dauerhaft Renditen weit oberhalb des Kapitalmarktdurchschnitts realisieren lassen.

Aus diesem Grund sprechen natürlich auch Berater, Banken und Vermögensverwalter mittlerweile regelmäßig mit ihren Kunden über Private Equity-Investments. Das stellt beispielsweise der britische Asset Manager Schroders heraus, der sein Private-Equity-Angebot im laufenden Jahr für Vermögensverwalter und Family Offices ausbauen will. In diesem Segment bestehe eine große Nachfrage der Kunden. „Schroders baut sehr bewusst die Anlagestrategien in Private Markets aus. Denn: Zum einen sehen wir bei unseren Kunden eine hohe Nachfrage nach Private Equity. Zum anderen suchen wir in der Kundenbeziehung Stabilität und Langfristigkeit – und diese sind besonders bei Private Equity-Investoren gegeben“, erklärte Achim Küssner, Geschäftsführer bei Schroder Investment Management jüngst gegenüber der Presse. Der Hintergrund: Die gegenwärtigen Märkte würden Produkte erfordern, die eine geringe oder gar keine Korrelation aufweisen. Umfragen zufolge wollen 45 Prozent der Investoren ihre Allokation in Private Equity in den nächsten drei bis fünf Jahren ausbauen. Darauf wolle Schroders mit entsprechenden Produkten reagieren.

 

Chance auf höhere Erträge

„Wir hören von unseren Mitgliedern immer wieder, dass bei ihren Mandanten Private Equity-Investments eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Private Equity-Investitionen bieten dem Anleger die Chance, höhere Erträge zu erzielen und gleichzeitig sein Portfolio breiter zu diversifizieren. Daher vertreten wir die Meinung, dass zu taktischen und strategischen Gesprächen über das Vermögen auch Private Equity gehören sollte, wenn es zu den finanziellen Rahmenbedingungen des Kunden passt. Berater können damit echte Mehrwerte schaffen“, sagt Hartmut Petersmann vom Petersmann Institut für den unabhängigen Finanzberater, dem mehr als 100 Vermögensprofis angehören.

Die Erfahrungen mit Private Equity seien laut Mitgliederbefragungen gut, die Akzeptanz bei den Kunden hoch – aber wichtig sei auch, das richtige Anlagevehikel für die Kunden zu finden. Nicht jeder Kunde habe genügend Vermögen, um beispielsweise 200.000 Euro in einen Fonds zu stecken. Daher sollten Berater alle Varianten im Blick behalten, betont Petersmann.

 

Investments für mehrere Anleger bündeln

Eine Lösung können sogenannte Club Deals sein. Dabei tun sich mehrere Privatinvestoren zusammen und investieren gemeinsam in ein größeres Private Equity-Projekt, das ihnen sonst verschlossen geblieben wäre. Das Risiko verteilt sich damit auf mehrere Schultern, und es werden quasi institutionelle Stückelungen möglich. Immer mehr Vermögensverwalter koordinieren diese Bündelungen für ihre Kunden, um Private Equity-Investments zugänglich zu machen – gerade hinsichtlich der gängigen Einschätzung, dass Investoren aufgrund der oftmals langen Kapitalbindung und der Verlustrisiken nicht mehr als zwei bis fünf Prozent des verfügbaren Vermögens in Private Equity stecken sollten.

Eine weitere Alternative sind Aktien von Investmentgesellschaften, die in Private Equity-Funds investieren sowie börsennotierte Indexfonds (ETFs) mit Private Equity-Werten. Der „iShares Listed Private Equity“ beispielsweise investiert in börsennotierten Private-Equity-Unternehmen aus Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum, die an Börsen von Industrieländern gehandelt werden. Der Fonds strebt die Nachbildung der Wertentwicklung eines Index an, der aus börsennotierten Unternehmen besteht, die in der Private-Equity-Branche aktiv sind. Mit Erfolg: Der ETF hat in den vergangenen drei Jahren knapp 50 Prozent an Wert gewonnen.

Auch bei der Bethmann Bank ist man von Private Equity-Investments überzeugt. „Eine Investition in Private Equity kann aufgrund der geringen Abhängigkeit von der Wertentwicklung traditioneller Anlageklassen und der höheren Renditechance zu einer wirksamen Portfoliodiversifikation führen. Das heißt: Die Beimischung von Private Equity hilft, das Rendite-Risiko-Profil ihres Gesamtportfolios zu verbessern. Dem Risiko, einen Verlust zu erleiden, begegnen wir durch äußerste Sorgfalt in der Auswahl unserer Partner. Denn der Schlüssel für eine erfolgreiche Private Equity-Beteiligung liegt vor allem in der Auswahl der leistungsstärksten Private Equity-Gesellschaften“, heißt es bei der Privatbank.