Berliner Startup präsentiert futuristisches E-Bike aus dem 3D-Drucker

3D-Drucker stellen eine Revolution in der Industrie dar. Die Fertigung von ganzen Produkten ist schon jetzt möglich. Die neue sich daraus ergebenden Herstellungsprozesse führen beispielsweise zu Kosteneinsparungen bei der Produktion. Erst seit wenigen Jahren ist diese Technologie verfügbar, doch die Potenziale sind groß. Die Fortschritte, welche die Nutzer und Hersteller erzielen, sind beeindruckend. Auch deutsche Unternehmen haben diese Möglichkeiten für sich entdeckt und nutzen diese gern.

Das Innovations- und Forschungslabor „Nowlab“ aus Berlin präsentiert nun ein Motorrad, das komplett aus einem 3D-Drucker stammt und einsatzbereit ist. Es ist der Beweis dafür, welche Chancen sich bieten, die mit Sicherheit die Zukunft verändern und beeinflussen.


Nera ist ein Vorzeigeprojekt und Meilenstein

Schon optisch unterscheidet sich dieses motorisierte Zweirad von anderen Modellen. Scharfe Kanten und markante Ecken machen es zu einem wahren Eyecatcher. Das aus der Bundeshauptstadt stammende Start-up „Bigrep“, das sich auf den 3D-Druck spezialisiert hat, ist entscheidend an der Entwicklung beteiligt. Das Unternehmen verfügt über einen 3D-Drucker, der für industrielle Zwecke konzipiert ist. Wagenteile lassen sich mit dieser Gerätschaft ebenso wie Prothesen anfertigen. Durch die Erschaffung dieses Bikes haben die Verantwortlichen einen weiteren Beweis geschaffen, wie andersartig und fortschrittlich die Technologie ist.


Genauere Informationen zu „Nera“

Maximilian Sedlak und Marco Mattia Cristofori waren für das Design der Maschine verantwortlich, was nach nur drei Monaten fertig war. Bei Bigrep fertigten die Fachleute die einzelnen Komponenten und bauten sie zusammen. Alle wichtigen Elemente entstanden dort. Auch die Radgabeln, die Lenkstange oder der Sitz stammen aus dem Drucker. Sie stellten eine besondere Herausforderung dar, da sie hohen Belastungen ausgesetzt sind.
Der gewählte Look hat keinen speziellen Zweck, sondern soll die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und das Interesse vergrößern.


Die Reifen stellen ein Highlight dar. Die Kunststoffräder sind mit einem weichen Mantel überzogen und unterscheiden sich daher von gewöhnlichen Rädern. Sie benötigen keine Luft, weshalb ein Reifenplatzer unmöglich ist.
Ferner sind die Stoßdämpfer eine Besonderheit. Polyurethankissen wurden für das Absorbieren der Kräfte verbaut und sind ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.
Beachtlich ist das resultierende Gesamtgewicht, das bei nur ungefähr 60 Kilogramm liegt. Fällt das Motorrad um, können auch Personen mit geringer Körperkraft es wieder aufrichten und bewegen. Dieser Aspekt ist besonders nach einem Sturz oder bei der Lagerung wichtig.


Weitere Merkmale

Mechanische Teile und Sensoren sind so verbaut, dass der Betrachter diese nicht sieht. Sie wirken bei anderen Motorrädern störend und beeinträchtigen die Optik.


Nur wenige Stücke stammen nicht aus dem Drucker. Zu ihnen gehört der verbaute Elektromotor, der keine Emissionen ausstößt. Dieses Modell spricht somit neben technikinteressierten Personen Kreise an, bei denen der Umweltschutz hohe Priorität genießt. Die Elektronik entnahmen die Erbauer einem Roller, weshalb sie Kosten bei der Entwicklung einsparten, da keine weiteren Herstellungsprozesse und Forschungen nötig waren.


Doch es gibt Kritikpunkte. So ist die mangelnde Höchstgeschwindigkeit ein Manko, das in direktem Zusammenhang mit dem verwendeten Antrieb steht. Zusätzlich ist die Kurvenlage mangelhaft, weshalb der Fahrspaß geringer ausfällt. Andere Modelle, wie das LiveWire aus dem Hause Harley-Davidson, schneiden hier besser ab. Zero bietet ebenfalls ein vergleichbares Produkt mit dem Namen „FXS“ an, das wesentlich konkurrenzfähiger ist.


Mit Nera will das Unternehmen kein Geld verdienen, sondern sich beweisen

Es geht der Firma darum, dass sie zeigt, was alles durch den 3D-Druck möglich ist. Zusätzlich zieht der Betrieb auf diese Weise das Interesse auf sich. Investoren und Geldgeber werden auf diesem Weg auf das Start-up aufmerksam und beteiligen sich an unterschiedlichsten Projekten, weshalb sich die Kapitallage verbessert und neue Innovationen möglich sind.

Der Fakt, dass es sich bei diesem Bike um ein Einzelstück handelt, ist dafür ein weiteres Indiz. Eine Serienproduktion ist ebenso wie ein Verkauf von Nera nicht geplant.