Bestätigt: VW und Ford planen größere Kooperation

Schon im Sommer verkündeten die beiden Großkonzerne, dass sie enger zusammenarbeiten wollen. Nun steht fest, dass die geplante Kooperation größer sein wird, als selbst Experten es annahmen. So wurde damals bekannt, dass Volkswagen und Ford bei den Nutzfahrzeugen gemeinsame Konzepte entwickeln möchten. Außerdem kam an die Öffentlichkeit, dass in den Bereichen der Elektromobilität und des autonomen Fahrens weitere Projekte geplant sind.

Gegenüber der Presse wurde das Vorhaben bestätigt. Dabei wollen beide Konzerne der Gegenseite Einblicke in die eigene Motortechnik und die Entwicklungsstufen bei den Elektroantrieben ermöglichen. Auf diese Weise soll es zu Synergieeffekten kommen, die dafür sorgen, schnellere Entwicklungsfortschritte erzielen zu können. Dadurch erhoffen sich beide Betriebe eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und einen Wissensvorsprung. In wie vielen Gebieten es genau zu einer engeren Zusammenarbeit kommt, die eine Offenlegung von Firmengeheimnissen zur Folge hat, ist dabei noch nicht abschließend geklärt. Hierfür sind weitere Gespräche mit detaillierteren Absprachen notwendig.


Schon im Juni diesen Jahres hatten die beiden Betriebe beschlossen enger zusammen zu arbeiten. Zu dieser Zeit stand das Ausloten von möglichen Bereichen im Mittelpunkt, bei denen sich ein Zusammenschluss lohnt, denn die Einsparung von Kosten soll im Mittelpunkt stehen. Auf diese Weise können die Unternehmen günstigere Endprodukte auf dem Markt platzieren und so neue Kundenkreise ansprechen. Beispielsweise ist so ein Angriff auf Tesla möglich. Die Kalifornier sind zwar in den USA der Branchenprimus bei E-Autos, doch ihre Fahrzeuge sind vergleichsweise teuer. Durch neue und günstigere Angebote können Ford und VW Elon Musk unter Druck setzen und eigene Fahrzeuge veräußern.


Grenzen gibt es nicht

Bei den Nutzfahrzeugen sind gemeinsame Vorhaben schon fixiert. Doch schon damals gingen Beobachter davon aus, dass es auch zu einer engeren Partnerschaft auf anderen Gebieten kommt. Der Entwicklungs- und Leistungsdruck ist groß, weshalb die ehemaligen Gegner nun ihre Kräfte bündeln und auf diesem Weg ihre Betriebsergebnisse verbessern möchten. Insider berichteten beispielsweise in den letzten Tagen, dass es bei Fahrzeugen, die auf Robotik basieren, eine engere Gemeinschaftsarbeit geben soll. Auch der Finanzchef von Ford machte Andeutungen, die in diese Richtung zielten. So sagte Bob Shanks, dass er keine Limits sieht, wenn es um eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Autohersteller geht.


Jedoch es gibt auch Bedenken. Besonders Vertreter aus dem Bereich der Leichtnutzfahrzeuge von VW haben ihre Skepsis gegenüber den Gedankengängen ihrer Vorgesetzten geäußert. Darauf gingen die Verantwortlichen umgehend ein, um den Befürchtungen entgegen zu treten. In Hannover äußerte sich dazu Konzernchef Herbert Diess umgehend, da sich dort das Hauptwerk der Sparte befindet, welches vielen Bürgern der Region einen festen Arbeitsplatz garantiert. Er ging auf die Bedenken ein und ist davon überzeugt, dass es zu keinen Nachteilen für die Belegschaft kommt. Er geht von einer ausgezeichneten Auslastung der Bänder aus, weshalb sich die Belegschaft um ihre Stellen keine Sorgen machen muss. Zusätzlich meldete sich Betriebsratschef Bernd Osterloh zu Wort. Er ist ebenfalls für eine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Autobauer, doch er gibt an, dass dabei die Einhaltung von bestimmten Bedingungen gesichert sein muss. Hierbei steht der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund. Nur wenn dieser gewährleistet ist, kann die engere Teambildung erfolgen. Natürlich darf davon auch keine Gefahr für die deutschen Bediensteten ausgehen.