Bild eines typischen Bitcoin-Anlegers

Bislang galt er als Mysterium, der Bitcoin-Anleger. Doch wer nutzt eigentlich die digitale Währung? Vor allem galt der Bitcoin zu Beginn als Hackerwährung oder als Währung für illegale Geschäfte, sodass sich viele Anleger und auch Experten fragten, wer eigentlich die Zielgruppe dieser Währung sei.

Bislang galt er als Mysterium, der Bitcoin-Anleger. Doch wer nutzt eigentlich die digitale Währung? Vor allem galt der Bitcoin zu Beginn als Hackerwährung oder als Währung für illegale Geschäfte, sodass sich viele Anleger und auch Experten fragten, wer eigentlich die Zielgruppe dieser Währung sei. War zu Beginn die Rede von Kriminellen oder Nerds, so wurden die Nutzer später als Steuerflüchtige bezeichnet, die mittels Bitcoin ihr liquides Geld aus dem Land schaffen wollten.

Der Durchbruch des Bitcoins

Das Jahr 2017 sorgte vor allem für Erstaunen bei den Investoren, denn der Bitcoin vollzog eine wahre Kursexplosion, die als Folge Millionen von Neuinvestoren anzog. Die Investorengemeinschaft ist breit diversifiziert, sodass oftmals Personen aus dem Bekanntenkreis zu den Investoren gehören. Insbesondere der Kenntnisstand über die Technologie ist gestiegen, sodass immer mehr Menschen die Blockchain-Technologie verstehen. Zeitgleich werden die Initial Coin Offerings (ICOs) und sogenannte Altcoins immer populärer. Doch das Stereotyp des typischen Anlegers bleibt weiterhin eine unbekannte Variable.

Untersuchung des durchschnittlichen Bitcoin-Investors durch die Börse Stuttgart

Etwas Transparenz wollte die Börse Stuttgart schaffen, indem Sie 1018 Internetnutzer befragte. Laut der Studie sind überdurchschnittlich viele Privatanleger mit Börsenwissen vorhanden. Rund 75 % der befragten Personen haben bereits mit Wertpapieren gehandelt und kennen sich somit besser aus, als der deutsche Durchschnittsbürger. Allerdings ist die gewählte Stichprobe der befragten Personen nicht repräsentativ, um einen Rückschluss auf den Gesamtmarkt zu ermöglichen.

Unter dem Aspekt der Kryptowährungen wurde deutlich, dass rund ein Drittel der Befragten bereits einen Account auf einer Krypto-Plattform besitzt. Interessanter sind jedoch die grundlegenden Informationen zu den Investoren. Es wurde deutlich, dass die Mehrheit der Krypto-Investoren männlich ist. Lediglich 10 % der befragten Frauen haben in die digitalen Währungen investiert, während mehr als 40 % der Männer investierten. Des Weiteren gibt es eine klare Tendenz beim Alter des typischen Investors, denn insbesondere junge Menschen investieren in die neuen Währungen. So waren mehr als 50 % der Teilnehmer, die investierten, unter 35, während von den älteren Befragten nur 20 % in die neuen Währungen investierten. Positiv ist die Diversifikation zu betrachten, denn zwei Drittel der Anleger sind nicht nur in Bitcoin investiert. Knapp 50 % der Investoren handeln sehr kurzfristig und strukturieren mindestens monatlich das Depot um, während rund 20 % der Befragten dies sogar im wöchentlichen Rhythmus tun.

Der typische Investor

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der typische Investor jung, männlich und risikoaffin ist. Insbesondere ältere, weibliche und erfahrene Anleger vermeiden ein Investment in die Blockchain-Technologie.

Nun kann jedoch angenommen werden, dass die jungen Investoren die neue Technologie besser verstehen und somit einen Anteil an der starken Entwicklung haben werden. Laut der Untersuchung der Börse Stuttgart trifft dies jedoch nicht zwingend zu, denn die Investoren weisen ein klassisches Herdenverhalten auf. Das bedeutet, dass die Anzahl der Account-Eröffnungen mit dem aktuellen Bitcoin-Preis korrespondiert. Des Weiteren führt kaum ein Investor eine wirkliche Analyse durch, sondern erfasst lediglich das Stimmungsbild in Onlineforen. Laut der Untersuchung nehmen insbesondere die jungen Investoren an, dass die Kryptowährungen in den kommenden Jahren das Marktbild bestimmen werden, während die etablierten Investoren eher eine Preisblase erkennen.

Sollten sich die Untersuchungsergebnisse der Börse Stuttgart in einer umfangreicheren Untersuchung bestätigen, so zeichnet sich ab, dass der durchschnittliche Bitcoin-Investor jung und sehr unerfahren ist, wenn es um die globalen Finanzmärkte geht. Insgesamt lässt sich aus dieser Untersuchung schließen, dass der Krypto-Markt die falschen Anleger anzieht, denn durch kurzfristig orientierte Investoren wird die aktuelle Volatilität auch im kommenden Finanzjahr kaum abnehmen.