Biotech: Europäische Firmen auf der Überholspur

Die interessantesten Biotech-Firmen haben ihren Sitz in den USA? Nein. Im aktuellen Marktkommentar stellen die Experten von Bellevue Asset Management innovative und für Anleger aussichtsreiche Unternehmen aus Europa vor.

Lange Zeit galt es im Biotechsektor als sichere Annahme, dass Innovation nur aus den USA kommen kann und sich nur dort richtig Geld verdienen lässt. Die 2017 von Johnson & Johnson übernommene Actelion war hier eine Ausnahme, welche die Regel bestätigte. Dieses Bild hat sich längst geändert. So ist die dänische Firma Genmab mit ihrem Antikörper Darzalex führend bei der Behandlung des Multiplen Myeloms, der zweithäufigsten Form von Blutkrebs. Die jüngsten Daten der Pipelinekandidaten für Eierstockkrebs und Multiple Sklerosis zeigen weiteres Potenzial.

Und es gibt viele weitere interessante Firmen: Galapagos aus den Niederlanden schloss zuletzt einen Deal mit Gilead Sciences über USD 5.1 Mrd. ab. Dessen selektiver JAK1-Inhibitor Filgotinib besitzt das beste Wirkungs-Nebenwirkungs-Profil aller Wettbewerber dieser Klasse und könnte die Blockbuster Enbrel und Humira in Bedrängnis bringen. Argenx aus Belgien fokussiert sich auf neue Wirkmechanismen und unterzeichnete Anfang 2019 mit J&J einen Milliarden-Deal.

 

Viele entscheiden sich für Nasdaq

Weitere Erfolgsgeschichten sind Morphosys und Evotec aus Deutschland. Einziger Wehrmutstropfen: mangels Investoren aus Europa entscheiden sich praktisch alle europäischen Firmen inzwischen für ein Listing an der Nasdaq – und erhalten im Gegenzug mehr Visibilität und eine höhere Bewertung an den Finanzmärkten.