Bitcoin-bezogene Derivate geplant

Morgan Stanley, eine sehr wichtige Investmentbank mit Sitz in New York City und einer Bilanzsumme von rund 35 Milliarden Dollar, möchte offenbar den Derivatehandel auf Kryptowährungen erleichtern. Derzeit arbeiten ihre Experten augenscheinlich an einem Derivateprodukt für das Bitcoin Swap Trading. Das geht aus Veröffentlichungen des Fachmagazins Bloomberg hervor.

Es gibt schon ein paar wenige Derivate auf den Bitcoin wie etwa die Vontobel-Indextracker VL3TBC und VL6LBC sowie die ETNs (Exchange Traded Notes) A2CBL5 und A18KCN von XTB Provider. Sie alle bilden als Open-End-Zertifikate die Entwicklung des Bitcoins gegen den US-Dollar ab, viel mehr Derivate sind bislang auch nicht zu finden. Für Kleinanleger wäre wohl bestenfalls der A18KCN interessant, der am 16. September rund 26 Euro bei einem Stand der BTC/USD von ~6.500 Dollar kostet. Alle anderen Zertifikate kosten mehrere Hundert Euro pro Stück. Ein weiterer Haken aller genannten Papiere ist, dass es sich ausschließlich um Call-Zertifikate handelt. Sie gewinnen also nur bei einem steigenden Bitcoin-Kurs, den es lange nicht mehr gab. Möglicherweise ändert sich das nun durch die Morgan Stanley Initiative, denn die Bank - als Emittent von Derivaten schon lange aktiv - will wohl in größerer Zahl und Vielfalt Bitcoin-Derivate auflegen. Das Anlagevehikel sollen sogenannte Preis-Rendite-Swaps sein. Diese werden an Bitcoin Futures gebunden. Das Angebot wird im September 2018 offenbar schon technisch von Morgan Stanley vorbereitet. Es richtet sich an institutionelle Anleger und soll starten, sobald diese den entsprechenden Bedarf äußern. Diese Informationen hat ein Insider der Bank an Bloomberg berichtet, ein offizielles Statement von Morgan Stanley gibt es dazu bisher nicht.


Positionierung von Morgan Stanley zu Kryptowährungen

Der CEO der Bank James Gorman hatte im Januar 2018 geäußert, dass der Bitcoin wohl “nicht mehr verschwindet“. Im August 2018 schließlich heuerte die Bank den Credit Suisse Spezialisten Andrew Peel an, der ab sofort die Morgan Stanley Abteilung für Digitalwährungen leitet. Falls die Bank wirklich das Derivate-Angebot für Kryptowährungen erweitert, könnte sie sich immer noch als Vorreiter fühlen. Es gab schon viele solcher Ankündigungen, die aber nur selten in die Tat umgesetzt wurden. Das jüngste Beispiel lieferte Goldman Sachs, auch diese Investmentbank wollte nicht nur Bitcoin-Derivate, sondern sogar einen ganzen Krypto- Handelsplatz schaffen. Allerdings zog sie ihre Pläne unlängst zurück, worauf der Bitcoin-Kurs einbrach. Goldman dementierte sofort das Dementi, doch bislang sind keine weiteren Goldman Sachs Pläne zu Kryptowährungen bekannt. Auch die CitiGroup zeigt sich durchaus interessiert. Wahrscheinlich stehen mehrere Großbanken in den Startlöchern, sie beobachten den Markt intensiv. Die institutionellen Investoren wagen sich langsam vor, das Volumen der CME Bitcoin Futures hat sich im letzten Quartal deutlich erhöht. Die Derivate und Futures auf den Bitcoin sind bislang die einzige Alternative für den derivaten Handel auf die Kryptowährung, solange es noch keinen Bitcoin-ETF gibt. Dieser wurde zwar immer wieder angekündigt, lässt aber immer noch auf sich warten. Die wenigen vorhandenen Anlageprodukte richten sich bislang eher an institutionelle Anleger. Vom Kleinanlegermarkt mit seinen Millionen von CDFs, Knock-outs, klassischen Optionsscheinen und weiteren Derivaten auf Indizes, Aktien, Forexwerte und Rohstoffe ist der Kryptowährungsmarkt noch meilenweit entfernt.