Bitcoin-Schürfer verschrotten ihre Server

Der Kurs des Bitcoins ist in der letzten Zeit dramatisch abgestürzt. Viele Miner haben sich vom Markt verabschiedet und mustern nun ihre Server aus, welche sie zuvor zum Schürfen benötigten. In China scheint der Boom vorbei zu sein. Dortige Medien berichten, dass immer mehr Schürfer aufgeben. Ein deutliches Indiz dafür ist der gesunkene Energieverbrauch. Dieser hängt direkt mit allen Digitalwährungen zusammen, da für die Erschaffung jede Menge Strom nötig ist.

Die Einbrüche der vorangegangenen Wochen führen dazu, dass die Attraktivität des Bitcoins und anderer Währungen aus dem Netz sinkt. Die Marktteilnehmer sind auf der Suche nach Möglichkeiten wie sie ihr Vermögen schneller und mit weniger Risiko vermehren können. Der Abzug des Kapitals führt zu einer Abwärtsspirale. Die Verluste werden immer größer, da die Investoren Geld aus dem Markt nehmen und die Nachfrage sinkt, weshalb das Angebot steigt.
Die letzten vierzehn Tage verliefen extrem schlecht. Die Einbußen waren exorbitant. 6.000 Dollar kostete ein Coin noch vor zwei Wochen. Nun unterschreitet dieser sogar die Grenze von 4.000 Dollar. Auch alle anderen digitalen Kapitalformen sind von diesem Phänomen betroffen. Die Währungen „Ripple“ und „Ethereum“ haben ebenfalls einen solchen Sinkflug hinter sich. Selbst „Tether“, die als besonders sichere Anlageform gilt, ist nicht mehr gefragt.


Weitere Auswirkungen des Zusammenbruchs und der mögliche Grund

Es stellt sich die Frage, ob es sich hier um einen Trend oder eine kurzfristige nervöse Reaktion der Spekulanten handelt, da schon Experten vor einer Überhitzung warnten. Die Anleger reagieren besonders intuitiv und lassen sich weniger von realen Entwicklungen leiten.
Als möglichen Anlass für das Abrutschen sehen Fachleute die Spaltung des „Bitcoin Cash“. Er spaltete sich erst 2017 vom Bitcoin ab. Die neue Differenzierung fand am 15. November statt. Genau zu diesem Zeitpunkt begann die Talfahrt der Währungen. Zwar gab es schon oft solche Schritte, doch da sich derzeit weniger Teilnehmer auf dem Feld bewegen, fällt jede Veränderung deutlicher aus.


Nach chinesischen Medienberichten sind besonders kleine Unternehmer betroffen, die nur in geringem Umfang nach neuen Coins schürfen. Sie sind nicht mehr in der Lage, profitabel zu wirtschaften, weshalb sie aufgaben und ihre Server nun veräußern oder gleich verschrotten. Selbst der Abbau mit dem überaus günstigen Strom, den die Miner vom Staat fast zum Selbstkostenpreis beziehen, ist bei der Erschaffung von neuen Werten nicht mehr sinnvoll.
Die Bilder, die im Internet auftauchten und zeigen, dass ganze Lagerhallen geleert werden, tragen weiter zur Verunsicherung bei.


Wie geht es nun weiter?

Als Grund für die Preisstabilität der letzten Monate machten Fachleute die derzeit günstigen Produktionskosten aus. Auch die Komplexität des Bitcoin-Codes sahen sie als Aspekt. Durch diesen wird die Förderung immer schwieriger, weshalb die Experten meinten, dass es eine natürliche Grenze gibt, bei der sich das Schürfen nicht mehr lohnt. Folgerichtig kämen keine weiteren Bitcoins in den Handel, weshalb sich die Nachfrage dann auf eine bestimmte Angebotsmenge begrenzt. Daraus schlossen sie, dass ein Absinken unter die Marke von 6.000 Dollar nicht möglich wäre. Jedoch lagen sie mit ihren Annahmen falsch, was zu weiteren Ängsten führt.


Diese Fehleinschätzung ist ein weiteres Indiz dafür, dass es bei Kryptowährungen mehr um die Intuition als um die Vernunft geht. Die Erfahrungen mit anderen Kapitalanlageformen und das Wissen aus Lehrbüchern zählen hier nicht.
Deshalb schätzt der amerikanische Wirtschaftsexperte Nouriel Roubini den realen Wert bei unter Null. Er geht davon aus, dass es sich um eine Spekulationsblase handelt, die irgendwann platzt und jede Menge Geld vernichtet. Schon allein der hohe Energieverbrauch bei der Herstellung und die Verwaltung ist für ihn ein klares Indiz, dass Probleme in der Zukunft weiterhin garantiert sind.