Bitcoin: Thailand zieht Regulierungsschraube an

Thailand plant, Kryptowährungen wie den Bitcoin zu regulieren. Künftig müssen Händler und Intermediäre, die mit digitalem Geld arbeiten, den Behörden detaillierte Informationen liefern. Außerdem will die thailändische Militärregierung Krypto-Assets besteuern. Bereits im Februar hat die thailändische Zentralbank heimischen Banken den Umgang mit Kryptowährungen verboten.

Maßnahmen gegen Geldwäsche

Kurz vor Ostern kündigte Finanzminister Apisak Tantivorawong zwei Gesetzesänderungen an, mit denen seine Regierung den Kryptowährungsmarkt regulieren will. In Zukunft braucht jeder, der professionell mit Bitcoin und Konsorten zu tun hat, eine Registrierung. Darüber hinaus muss er der Anti-Geldwäsche-Stelle genaue Informationen über alle Transaktionen liefern, die er abgewickelt hat, darunter die Namen von Käufern und Verkäufern.

Mit diesen Maßnahmen will die Regierung Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Kriminalität verhindern. Das neue Gesetz soll, so Finanzminister Apisak gegenüber der Bangkok Post, Investoren schützen, nicht aber Kryptowährungen verbieten. Die Registrierungs- und Informationspflichten werden gemäß der Zeitung Thai Rath rückwirkend gelten. So müssen Unternehmen, die in den letzten sechs Monaten einen ICO (Initial Coin Offering) durchgeführt haben, den Behörden detaillierte Angaben liefern.

15 Prozent Kapitalgewinnsteuer

Die zweite Gesetzesänderung unterstellt digitale Währungen der Steuerpflicht. Sobald die Änderung in Kraft tritt, zahlen Private und Unternehmen für jede Transaktion mit Kryptowährungen eine Mehrwertsteuer von 7 Prozent. Betroffen sind auch ICOs. Wer mit seinen Krypto-Assets einen Gewinn erwirtschaftet, muss zudem eine Kapitalgewinnsteuer von 15 Prozent entrichten, die allerdings mit der Mehrwertsteuer verrechnet werden kann. Kleinanleger müssen keine Mehrwertsteuer bezahlen.

Einige Beobachter wie Korn Chatikavanij, Vorsitzender der thailändischen Fintech-Vereinigung und ehemaliger Finanzminister, kritisieren die Gesetzesänderung. Sie befürchten, dass die neuen Steuern das Wachstum der einheimischen Startup-Szene behindern und dass Unternehmen nach Singapur auswandern, wo keine Gewinnsteuer auf ICOs erhoben wird.

Kryptowährungsverbot für Banken

Eine Verschlechterung des Umfelds für Digitalwährungen zeichnete sich schon im Februar dieses Jahres ab. Damals untersagte die thailändische Zentralbank den hiesigen Geschäftsbanken jeglichen Umgang mit Kryptogeld. In der Folge schlossen die Banken diverse Konten, unter anderem solche von Kryptobörsen.

Als Rechtfertigung für ihr Handeln gab die Zentralbank an, digitale Währungen seien unreguliert und ließen sich daher leicht für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung missbrauchen. Obwohl dieser Grund mit den aktuellen Gesetzesänderungen wegfällt, erkennen die Zentralbankverantwortlichen derzeit keinen Anlass, auf ihr Verbot zurückzukommen.

Zunehmende Regulierung in Asien

Thailand folgt mit seiner Regulierungsoffensive dem Vorbild anderer asiatischer Länder. So verboten Südkorea und China letztes Jahr ICOs. Während Südkorea überlegt, das Verbot wieder aufzuheben, zieht China die Schraube weiter an. Im letzten November schlossen die Behörden des kommunistischen Landes verschiedene Kryptobörsen. Seit Januar blockieren sie die Internetseiten von Kryptowährungsplattformen und gehen gegen das energiehungrige Mining vor. Auch Indien will Bitcoin und Konsorten regulieren und hat bereits begonnen, Krypto-Assets zu besteuern.

Das zunehmende Erwachen der Regulierungsbehörden in Asien trug dazu bei, dass Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen seit ihren Höchstständen im Dezember erheblich an Wert verloren.