Blockchain Policy Forum der OECD in Paris

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die OECD, kündigt die erste Großkonferenz für die Blockchain-Technologie an. Aus einer Pressemitteilung, welche auf der OECD-Homepage geteilt wurde, teilt die Organisation mit, dass die Konferenz unter dem Namen „Blockchain Policy Forum“ platzieren wird.

Am 4. und 5. September findet ein Blockchain Policy Forum in Paris statt. Laut Aussage der OECD ist es das erste internationale Großevent seiner Art. Zudem wird erstmals der Fokus auf die Blockchain-Technologie gelegt. Im Rahmen des Blockchain Policy Forums planen die Organisatoren die Diskussion der Blockchain-Technologie für Regierungsaktivitäten. Des Weiteren soll die Technologie auch im Rahmen öffentlicher Initiativen sowie bei regulatorischen Themen zum Einsatz kommen. Führungskräfte von Blockchain-Unternehmen sowie Hyperledger-, Ripple- und IOTA- Experten werden über Blockchain-Anwendungen in verschiedenen Bereichen sprechen.

Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der Technologie, insbesondere auf die Weltwirtschaft, die Sicherheit von Daten im Online- und Offlineverkehr, die Förderung von nachhaltigem Wachstum sowie die Durchsetzung neuer Governance-Richtlinien. Insgesamt besuchen mehr als internationale 400 Entscheider das Forum. Aus dem Terminplan der OECD geht hervor, dass Politiker und hochrangige Beamte aus Russland, Finnland, Serbien, Italien, Israel, Slowenien und anderen Ländern an den unzähligen Diskussionen teilnehmen.

 

Arbeitsbroschüre „Blockchain-Technologie und Wettbewerbsstrategien“

Zum Auftakt der Konferenz will das Direktorat für Finanz- und Unternehmenswettbewerb die Broschüre „Blockchain-Technologie und Wettbewerbsstrategien“ an die Teilnehmer verteilen. Aus dem Dokument geht hervor, dass die OECD die Blockchain-Technologie als disruptiv einstuft. Dabei soll die Technologie vor allem die Authentifizierung des Eigentums, die Nachverfolgbarkeit, den digitalen Transfer und vertrauenswürdige Transaktionen sicherstellen.

Bekannt wurde die Blockchain insbesondere durch die Verbreitung des Bitcoins. Hierbei handelt es sich um eine digitale Währung, welche auch als Kryptowährung bezeichnet wird. Die Währung nutzt die Blockchain zur Verifikation anfallender Transaktionen und platziert sich somit als alternatives Zahlungsmittel. Dabei handelt es sich um eine öffentliche Blockchain, die ohne ein zentrales Kontrollgremium agiert. Die Verifikation der Transaktionen wird von den Nutzern wahrgenommen indem die sogenanntes Mining betreiben. Hierbei kommt eine Hashfunktion zum Einsatz, welche mehrere Transaktionen in Blöcken speichert und mit einem Hashwert versieht. Dieser Hashwert agiert als Prüfziffer und stellt die Einmaligkeit der Transaktionen sicher. Zudem enthält jeder Block den Hashwert des vorherigen Blocks, sodass eine Manipulation der Blöcke nahezu ausgeschlossen werden kann. Insbesondere die Transparenz und die Sicherheit dieser Methode verhalfen dem Bitcoin zu einem hohen Marktinteresse.

Doch Experten sehen die Vorzüge der Technologie vor allem bei abweichenden Anwendungsfällen. Insbesondere die Anwendung privater Blockchains könnte demnach zum Erfolg werden. Hierbei erfolgt die Verifikation durch ausgewählte Nutzer, welche die abgeschlossenen Transaktionen bestätigen. Zudem sollen Blockchains nicht transparent für jeden sein und einen Einblick in die Daten verhindern. Dies soll vor allem bei sensiblen Daten, etwa personenbezogenen Daten, einen Vorteil bieten.

Insbesondere Regierungen sollen einen Vorteil durch die Implementierung der Blockchain erhalten. Hierbei steht die Vermeidung von Steuerhinterziehung im Fokus der Behörden. Eine Blockchain könnte demnach sicherstellen, dass sämtliche Transaktionen für den Staat ersichtlich werden und eine Hinterziehung von Steuern vermieden wird. Zudem kann eine solche Blockchain auch im Rahmen von Wahlen eingesetzt werden. Statt eine lokale Wahlstation aufzusuchen, könnten die Bürger die Blockchain zur Verifikation der Identität nutzen. Auch Pensions- und Sozialzahlungen können durch ein solches System optimiert werden. Der Fokus der zukünftigen Forschungsgebiete wird allerdings erst im Rahmen der Konferenz gesetzt.