Bloomberg-Index: Das sind die innovativsten Nationen der Welt

Das diesjährige Ergebnis des "Bloomberg Innovation Index" sorgt im Land der Dichter und Denker für eine herbe Enttäuschung: Deutschland muss den Titel als innovativste Nation der Welt abgeben und rutscht auf Platz vier. Noch härter trifft es die USA.

Das nennt man wohl einen herben Rückschlag: Im jährlich aufgestellten Innovation-Index der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg ist Vorjahressieger Deutschland auf den vierten Platz zurückgefallen. Innovativste Volkswirtschaft der Welt ist Bloomberg zufolge nun Seriengewinner Südkorea. Die asiatische Nation hat es in sieben der neun bisher veröffentlichten Ausgaben an die Spitze geschafft. Die Rückkehr Koreas auf Platz eins ist laut Bloomberg vor allem auf einen Anstieg der Patentaktivität zurückzuführen, wo das Land neben einer starken Leistung im Bereich Forschung & Entwicklung sowie Produktion den ersten Rang belegt.

Bereits seit 2013 ermittelt der Wirtschaftsnachrichtendienst aus unterschiedlichen Faktoren die Innovationskraft der verschiedenen Länder der Erde. Bewertet werden beispielsweise die Höhe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Produktionskapazitäten oder die Konzentration von High-Tech-Firmen. Auch die Anzahl der angemeldeten Patente spielt eine Rolle.


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Das zweitplatzierte Singapur überzeugte in erster Linie mit hohen Werten in der Fertigung sowie den weltweit wettbewerbsfähigen Universitäten. Hervorgehoben wurden außerdem die enormen finanziellen Anstrengungen, um Arbeitnehmer und Unternehmen bei der Umstellung auf eine digitale Wirtschaft zu unterstützen. Die Schweiz, auf Platz 3 des Rankings, ist den Angaben zufolge führend in der Finanz- und Biotechnologie und rangiert in beiden Forschungskategorien des Indexes nahe der Spitze.


Deutschland fällt zurück

Einen undankbaren vierten Platz belegt nun Deutschland. Noch im Vorjahr hatte die Bundesrepublik vor allem in drei Kategorien – Zahl der Patentanmeldungen, Hochtechnologie-Cluster sowie hochentwickelter Maschinenbau – zur Spitzengruppe gezählt. Hier ist Europas größte Volkswirtschaft nun überall zurückgefallen.


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Noch schlimmer erwischte es die USA: Das Land, das 2013 noch den ersten Bloomberg Innovation Index anführte, rutschte ganz aus den Top Ten heraus. Überraschenderweise schneiden die USA in der Hochschulbildung schlecht ab, obwohl die US-Universitäten doch weltberühmt sind. Laut Bloomberg wurde die unterdurchschnittliche Leistung wahrscheinlich durch Hindernisse für ausländische Studenten verschlimmert, die normalerweise in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern führend sind – zunächst aufgrund der Visapolitik der Trump-Administration und später aufgrund der Pandemie.


Bei der Bewältigung der Pandemie weltweit führend

Der Wirtschaftsnachrichtendienst weist darauf hin, dass viele der Daten noch vor der Corona-Krise erhoben wurden. Dennoch sei es bemerkenswert, dass viele Länder, die auf dem Index ganz oben stehen – wie Korea, Deutschland und Israel – in einigen Bereichen bei der Bewältigung der Pandemie weltweit führend waren, sei es beim Aufspüren von Kontakten oder bei schnellen Impfungen.

Trotz der Spitzenpositionen der zwei asiatischen Volkswirtschaften Südkorea und Singapur steht Europa übrigens im Bloomberg-Ranking sehr gut da: Sieben der ersten zehn Positionen gehen an europäische Länder. Auch in den Top 20 entfallen mehr als die Hälfte aller Plätze an europäische Volkswirtschaften.