Boom an der Börse nach der Weihnachtspause

Nachdem der amerikanische Index Dow Jones in den Wochen vor Weihnachten mitunter massive Einbußen verkraften musste, hat es nach Weihnachten ein eigenes kleines Wunder gegeben. Anscheinend waren die Anleger im Kaufrausch und haben den Dow um bis zu 1000 Punkte nach oben getrieben. Einen wirklichen Anlass dafür haben die Experten nicht ausmachen können. Sicher ist jedoch, dass vor allem der Konflikt zwischen Präsident Trump und der Notenbank einen Einfluss auf die Entwicklungen an der Börse hat und haben wird.

Es war der amerikanische Präsident Donald Trump, der den Anlegern empfohlen hatte, jetzt noch in Aktien zu investieren. Und offenbar haben diese ausreichend Vertrauen in die Prognosen des Präsidenten. Angetrieben durch die Papiere der großen Einzelhandelsketten von Amerika, haben die Börsenwerte nach einem schwachen Start im Laufe des Tages deutlich zugelegt. Mit der Schlussglocke hatte der Dow um 4,98 Prozent zugelegt und endete auf einem Gesamtwert von 22.878 Punkten. Auch der Ölpreis stieg um beinahe zehn Prozent an. Der Grund für die positive Entwicklung an der amerikanischen Börse scheint dabei das Geschäft im Einzelhandel gewesen zu sein. Nach einem eher durchschnittlichen Jahr scheinen die Verbraucher zu den Festtagen gut eingekauft zu haben. 

Die Ernüchterung kam jedoch bereits am nächsten Tag: Am 27.12. verlor der Dow beinahe alle Gewinne, die er am Vortag machen konnte. Entsprechend skeptisch blicken Anleger auf die Zukunft am Markt. Das liegt auch an den verschiedenen Konflikten, die die Notenbanken derzeit mit der Politik und der Wirtschaft haben.

Am ersten Weihnachtstag hatte die amerikanische Börse geruht. Das war auch bitter nötig, immerhin hatte der Dow in den letzten Wochen teils deutliche Verlust hinnehmen müssen. Es ging soweit, dass Experten bereits fürchteten, dass die amerikanische Wirtschaft deutlich schneller als erwartet in eine Rezession abstürzen könnte. Tatsächlich könnte sich das Leben an den Börsen in Amerika und Europa in den kommenden Monaten deutlich ändern. Grund dafür ist unter anderem die Politik der Zentralbanken. In Amerika hat die FED bereits erahnen lassen, dass die weiteren Steigerungen bei den Zinsen kaum noch zu verhindern sind. Der amerikanischen Wirtschaft geht es gut, die Konjunktur ist angelaufen. Da gibt es keinen Grund die Niedrigzinspolitik zu halten. Auch bei der EZB wird erwartet, dass sie die Politik der Nullzinsen in den kommenden Monaten aufgeben wird. 

Trump und die Notenbank befinden sich bereits seit einigen Monaten im Konflikt. Nachdem die FED am Dienstag angekündigt hatte, dass man die Leitzinsen wieder anheben würde, mussten sich die Verantwortlichen der Kritik von Präsident Trump stellen. Dieser sieht in der neuerlichen Politik der FED vor allem eine Kampagne gegen ihn und seine Maßnahmen für die Verbesserung der Wirtschaft in Amerika. So gab es zum Beispiel Gerüchte, dass er die zuständige Chefin der FED zum Rücktritt drängen wollte. Verbündete aus dem Weißen Haus betonten jedoch, dass es keine Einmischung aus der Trump-Administration in die Geschäfte der Notenbank geben würde. Kritik müsse sie sich für die Maßnahmen aber weiterhin gefallen lassen. 

Alles in allem ist die Situation an den Börsen erst einmal unsicher. Mit der Anhebung der Zinsen werden auch andere Anlageformen wieder interessanter. Festgeld, Tagesgeld und andere konservative Anlagen waren aufgrund der Zinspolitik uninteressant geworden. Mit der neuerlichen Zinssteigerung ist die "alternativlose Investition in Aktien" wohl erst einmal ein Thema der Vergangenheit. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung an den Börsen in den nächsten Tagen und vor allem zum Jahreswechsel verhalten wird. Interessant wird dabei auch die Entscheidung ob und wann die EZB in Europa die zinsen wieder anheben wird.