Philip Klinkmüller
Mitgründer und Geschäftsführender GesellschafterNachricht senden

Edelmetalle: Bullen müssen All In gehen

Wer Poker spielt, ist mit dem Begriff "All in" bestens vertraut. Er beschreibt den Punkt, an dem man sicher ist, seine Hand zu gewinnen. Was das mit der Situation bei Gold und Silber zu tun hat.

All In bedeutet, man setzt alle seine Chips. Verliert man die Hand, verliert man alles, außer der Gegner hat weniger Chips. Genau an diesem Punkt befinden sich jetzt die Bullen bei Edelmetallen, und zwar durch die Bank weg. Bei Gold, bei Silber und beim GLD, wobei der aktuell noch die beste Hand hat. 

Die Bären haben den Einsatz massiv erhöht und haben die Bullen an einem Punkt, wo diese entweder jetzt All In gehen und die Hand gewinnen oder die Karten wegwerfen. Und damit ist die Aufgabe der gesamten Aufwärtsbewegung gemeint. Wir haben schon 2016 davor gewarnt, dass die Aufwärtsbewegung nicht dazu führen wird, den Sektor auf neue Allzeithochs zu treiben. Der aktuelle Abverkauf, insbesondere die Bewegung seit Donnerstag, ist mehr als nur ein Warnschuss. Wir lassen unsere Longs erstmal noch laufen, werden aber im GLD den weiteren Nachkauf aussetzen und auch in Silber erstmal nicht wieder kaufen. Das Risiko lohnt sich einfach nicht, zudem werden wir nochmal überdenken, ob wir die Stopps bei Silber so belassen. 

Uns ist vollkommen klar, dass dieses Update bei vielen keinen erfreulichen Anklang finden wird. Doch der Abverkauf wird auch massive Short-Chancen bereithalten. Wir brauchen keinen steigenden Markt, um Gewinne zu realisieren. Unser erster Versuch, Gold zu shorten, ging die Woche denkbar knapp nicht auf, da der Zielbereich um $3 verpasst wurde. Aber wir bleiben hier dran und werden die Schlagzahl, was die Suche nach Shorts angeht, nun deutlich erhöhen. Dies gilt jetzt auch für Silber.

Die Longs laufen vorerst weiter, und wir lassen uns auch gerne vom Gegenteil überzeugen. Wenn uns aber strukturell die Chance vorliegt, dass eine Aufwärtsbewegung beendet ist und dies auch durch die Indikatorenlage, vom Tages- über den 4-Tages- bis zum Wochen- und inzwischen sogar Monatschart unterstrichen wird, werden wir sicher nicht die Füße still halten.

Was man den Bullen allerdings zu Gute halten muss - dies ändert aber zunächst mal nichts an der Erwartung, dass die ganze Aufwärtsbewegung nur eine große Korrektur ist -, ist der Fakt, dass uns zu viele bei unserer Meinung unterstützen. Dies ist nie ein gutes Zeichen. Wie wir ja bereits erläutert hatten, können im Rahmen der aktuellen Indikation noch neue Hochs folgen. Dafür muss aber die Struktur aufrecht erhalten bleiben und eben diese sehen wir aktuell massiv in Gefahr. 

Solange Gold nicht über $1920 ausbricht, sehen wir keinen Anlass von unserer Korrekturerwartung abzurücken! Von Silber brauchen wir gar nicht erst zu reden. Wir erwähnen an dieser Stelle nochmals das Beispiel von WTI. Auf das Hoch 2008 bei knapp $150 folgte ein Ausverkauf auf $33, der wiederum erzeugte eine Korrektur auf $117, die dann den Ausverkauf auf $26 befeuerte. Aktuell und 11 Jahre nach Beginn der Korrektur, notieren wir bei rund $55 und die Korrektur ist alles, nur nicht vorbei. Dies sollte man im Hinterkopf behalten, nur weil Gold aktuell $500 zugelegt hat.

Was blüht uns damit in der kommenden Woche? Wir haben unter $1454 bei $1440 die letzten Stopps. Ab da wären wir erstmal raus aus dem Markt.


Beim GLD haben wir alle Stopps auf $136 gelegt. Den nächsten Nachkauf bei $139,80 werden wir nicht mehr ziehen. Der GLD sieht aktuell noch mit am besten aus. Doch wenn Gold abschmiert, ist der GLD auch nicht mehr zu retten. Gold und GLD müssen, sofern die genannten Marken halten, dann im Anschluss zwingend neue Hochs ausbauen. Sonst wäre die Abwärtsbewegung als Welle 1 des Abwärtsimpulses zu zählen und folglich ein Hoch bestätigt.

Die Korrektur bei Silber hat mit den aktuellen Ausmaßen nur noch wenig Chancen, sich über $17.10 zu halten, da wir aktuell wahrscheinlich die Welle 3 der Welle c von (iv) ausbauen. Sprich, da kommt noch was in Welle 5 auf uns zu. Somit werden Kurse unter $17 realistisch. Deshalb setzen wir den Nachkauf bei $17.30 auch aus und erwarten, entweder deutlich günstiger oder eben nach einer klaren Bestätigung wieder zu kaufen. Die restlichen Stopps bleiben aber so wie sie sind. Problematisch ist bei Silber, dass die Welle (iv) sich unter $17.25 in Bereiche vorwagt, die für eine Welle (iv) weit außer der Norm liegen, was uns zusätzlich nicht allzu optimistisch stimmt. 


Fassen wir also zusammen: Ja wir sind weiterhin Long, stocken aber erstmal nicht wieder auf und realisieren bei Unterschreiten weiterer Marken Gewinne auf bestehende Positionen. Die Risiken, dass wir hier den Auftakt zum vorläufigen Ende sehen, haben sich mit dem Wochenschluss rapide gesteigert. Wir erachten die kommende Woche bereits als wegweisend für die nächsten Wochen und Monate, wenn nicht sogar für Jahre. Fatal wäre aber hier, jetzt wegzurennen, denn die Shorts, die im Rahmen des Ausverkaufes auf uns zukommen, werden die Longs der letzten Wochen deutlich in den Schatten stellen.


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