Bundesregierung untersagt Investition: Yantai Taihai darf Leifeld nicht kaufen

Erst zu Anfang des Jahres hat der chinesische Konzern Yantai Taihai die Duisburg Tubes Production AG übernommen. Während das Bundeswirtschaftsministerium damals noch seinen Segen gab, wurde ein weiterer Übernahmeversuch des chinesischen Privatkonzerns nun untersagt.
Die Bundesregierung hat in einer Kabinettssitzung beschlossen, dass Yantai Taihai den deutschen Konzern Leifeld, der unter anderem Bauteile für nukleare Techniken produziert, nicht übernehmen darf. Die Entscheidung soll auf Anraten von Bundeswirtschaftsministerer Altmaier gefallen sein.

 

Yantai Taihai zog Angebot zurück

Der chinesische Interessent hat sein Angebot bereits vor Beginn der Sitzung zurückgezogen. Grund dafür dürfte das bereits in der vergangenen Woche eingelegte Veto der Bundesregierung gewesen sein. Durch den Rücktritt vom Verkaufsangebot hat der Konzern womöglich eine generelle Regulation für chinesische Investoren verhindert.
Wie Leifeld-Hauptaktionär Georg Kofler mitteilte, will Yantai Taihai das Übernahmevorhaben nicht weiter verfolgen. Leifeld selbst plant nun den Gang an die Börse. Der chinesische Investor wird sich vermutlich weiterhin nach übernahmewilligen Unternehmen umsehen. Die Aktie des Unternehmens ist nach der Absage abgestürzt.

 

Yantai-Taihai-Aktie bricht nach Verbot ein

Der chinesische Konzern Yantai Taihai konnte im Jahr 2017 ein Umsatz-Plus von 527 Prozent verbuchen. Die Ablehnung des Kaufangebots durch die Bundesregierung hat diesem rasanten Anstieg nun einen Dämpfer verpasst. Nach Bekanntwerden des Verbots ist der Kurs um fast 40 Prozent eingebrochen. Grund zur Sorge besteht bei dem Privatunternehmen jedoch nicht. In den letzten Jahren gelangen durch den Kauf deutscher und französischer Firmen2012 stieg man etwa als Großaktionär in das französische Unternehmen Manoir ein – Rekordgewinne von bis zu 3.738 Prozent. Gleichzeitig wurde jedoch auch Kritik an den Praktiken des Konzerns laut, der seine Bilanz geschönt haben soll und durch die chinesische Regierung gezielt gefördert wird. Auch deshalb wurde der Leifeld-Aufkauf nun verhindert.

 

Unfaire Marktverhältnisse für deutsche Unternehmen

Die Bundesregierung sieht Investitionen ausländischer Unternehmen in die deutsche Wirtschaft kritisch, Wirtschaftsvertreter hoffen dagegen auf ein Wachstum der Handelsbeziehungen. Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass auch deutsche Unternehmen nach China expandieren und die dortige Wirtschaft mitbestimmen, so BGA-Präsident Bingmann. Die Vertreter fordern klare, transparente Bedingungen, die für beide Seiten gleichermaßen gelten.
Landwirtschaftsminister Pinkwart unterstreicht die Meinung von Bingmann und hofft auf „vergleichbar positive Investitionsbedingungen“. Bis es soweit ist, könnte es jedoch noch dauern. Aktuell beklagen europäische Firmen Diskriminierung und Blockaden seitens der chinesischen Regierung. Zuletzt kritisierte die europäische Handelskammer, dass China etwa 50 Branchen und Bereiche prinzipiell von Investitionen ausschließe. Die Entscheidung des Kabinetts könnte ein erster Schritt hin zu fairen Verhältnissen sein.