Cannabis: Deutsche Anleger bleiben nüchtern

Es gibt inzwischen ausreichend Beispiele dafür, dass die Legalisierung von Cannabis eine interessante Investition und für Staaten Quelle für Steuereinnahmen sein kann. Eines der besten und jüngsten Beispiele war die Legalisierung von Cannabis im US-Bundesstaat Colorado. Zwar laufen die ersten Analysen noch, doch bereits jetzt ist klar, dass sich die Legalisierung für den Staat gelohnt hat. Neben den Steuereinnahmen und der neuen Regulierung für Cannabis findet sich nach der Ansicht der Branche in den Unternehmen auch eine gute Möglichkeit für die Investition. In Frankfurt kamen die Größen der Branche zusammen und warben für ihre Produkte - allerdings halten sich viele institutionelle Anleger aus Deutschland noch zurück.

Dass Cannabis zweifelsohne eine interessante Branche geschaffen hat, zeigt sich auch in den Werten, die im amerikanischen Marijuana Index zusammengefasst haben. Unternehmen wie Tilray oder Aurora Cannabis kommen mitunter auf Bewertungen von über 8 bis 10 Milliarden Dollar. Damit sind diese Konzerne nominell sogar wertvoller als deutsche Traditionsmarken wie die Lufthansa oder die Commerzbank. Genau hier könnte der Grund dafür liegen, dass sich die deutschen Investoren bisher zurückhalten. Zwar haben einige der größeren Fonds mitunter schon in Aktien der Unternehmen investiert, die diese Bewertungen erzielen, weiter möchte man derzeit allerdings noch nicht gehen. Das liegt auch daran, dass die Bewertungen ein wenig zu hoch erscheinen und sich viele Experten darüber Sorgen machen, dass es zu einem Crash der Kurse kommen könnte.

 


Eine mögliche neue Blase durch Cannabis-Unternehmen

Die Legalisierung von Cannabis ist noch immer ein kontroverses Thema. Während sich Deutschland in dieser Frage eher konservativ zeigt und höchstens die Bestimmungen für medizinisches Gras lockert, gibt es Länder, die bereits die ersten Schritte für die Legalisierung eingeleitet haben. Mit einem potentiellen Markt, der laut Analysten bei über 100 Milliarden Euro liegt, ist es kein Wunder, dass viele Experten darüber nachdenken, was eine Legalisierung in europäischen Ländern bringen kann. Deutschland spielt dabei für die Unternehmen eine wichtige Rolle, da die Bestimmungen für medizinisches Cannabis hier in den letzten Jahren sehr freundlich für die Unternehmen gestaltet worden sind.

Dass es sich bei dem neuen Markt aufgrund der Bewertungen der Unternehmen um eine Blase handeln könnte, bestreiten die entsprechenden Personen bei den Riesen des Segments. Sie verweisen darauf, dass sie, im Gegensatz zur damaligen DotCom-Blase keinesfalls fiktive Werte schaffen. Stattdessen verwandeln sie einen bisher illegalen in einen legalen Markt.