CAPinside-Trend Debatte: Bitcoin als neues Gold? So stimmte die Community ab
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2021-06-30

CAPinside-Trend Debatte: Bitcoin als neues Gold? So stimmte die Community ab

Bitcoin-Jünger auf der einen und gesetzte Gold-Verfechter auf der anderen Seite. Was trennt die Assets, was verbindet sie und ist Bitcoin vielleicht sogar das neue Gold? In unserer CAPinside-Trend Debatte haben Sie sich und wir uns mit dieser Frage auseinandergesetzt – hier kommt der Überblick über das Monatsthema aus dem Juni!

„Bitcoin ist das neue Gold“ – dieser geflügelte Satz feierte in den vergangenen Wochen und Monaten wahrlich Hochkonjunktur. Der Bitcoin-Hype auf der ganzen Welt ist trotz der Konsolidierung des Preises auf rund 35.000 US-Dollar ungebrochen. So schafft es im Bitcoin-Trubel selbst ein mexikanischer Milliardär, dessen Kerngeschäftsfeld eigentlich Medien, Telekommunikation und Einzelhandel sind, es plötzlich auf deutsche Nachrichtenseiten. Dafür brauchte es nur die oben genannten Zauberworte: „Bitcoin ist das neue Gold“.

Die CAPinside-Community benötigt nicht den Anstoß von mexikanischen Milliardären, um zu diskutieren, ob Bitcoin wirklich das neue Gold werden kann. Das zeigte die CAPinside-Trend Debatte aus dem vergangenen Monat – die durchaus polarisierte. So stimmten rund 150 Finanzprofis bei der Umfrage im Juni ab, bei der mit 56 Prozent über die Hälfte davon ausgehen, dass Gold wegen des physischen Wertes, der Stabilität und seiner Anerkennung weiterhin in seiner Rolle bestehen bleibt. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass 28 Prozent der Befragten Bitcoin und andere Krypto-Assets als Zukunft sehen. Das ist in der Finanzbranche, der man ja häufig eine gewisse Schlafmützigkeit in ihrem Innovationsstreben vorwirft, ein beachtlicher Wert. Rund ein Sechstel der Befragten wollte sich weder klar für Gold noch für die Krypto-Assets entscheiden.


Äpfel und Birnen

Deutlich klarer waren die Meinungsbeiträge und Expertenartikel, die die CAPinside-Redaktion zu dem Thema erreichten. So konnte Axel Daffner, Geschäftsführer bei Pegasos Capital, in seinem Text zwar durchaus nachvollziehen, dass Bitcoin und Gold wegen ihrer Knappheit und ihrem jeweiligen monetären Wert miteinander verglichen werden – bei näherer Betrachtungsweise sei das allerdings ein Fehler: „Bitcoin und Gold unterscheiden sich grundlegend voneinander. Passend zum alten Bonmot „Äpfel mit Birnen“ sollten Anleger gar nicht erst mit einer Abwägung zwischen den beiden Assets beginnen. Investitionen in dieses Duo dienen völlig verschiedenen Zielen.“

Begründungen für seine These lieferte Daffner gleich frei Haus: So sei der Bitcoin etwa viel praktischer. Auf der anderen Seite funktioniere beim Gold immerhin die Preisfindung seit tausenden von Jahren. Gold werde außerdem nach Nachfrage geschürft, bei Bitcoin entscheiden dagegen Halvings über die mögliche Schürfbarkeit des Assets. Gold ist damit eher ein „sicherer Hafen“, beim Bitcoin sei das anders. „Mit Bitcoin kauft man als Anleger die Hoffnung auf Weiterentwicklung und -verbreitung des Bitcoin Netzwerks beziehungsweise des Assets“, bilanziert Daffner.


Rauf und runter statt realer Erhalt?

Auch Eike Steinberg, Senior Investment Experte von CAPinside, betonte in seinem Beitrag die Unterschiede der zwei Assets – gerade in Bezug auf ihre Volatilität: „Kryptos sind enorm volatil und können kaum als normaler Vermögenswert, Währung oder Anlageklasse bezeichnet werden. Bitcoin und Ether weisen eine Volatilität von fast 100 Prozent auf – verglichen mit Gold, das eine Volatilität von unter 20 Prozent p.a. aufweist.“ Sein Tipp: Gold bleibt. Und schon alleine weil sich die Zentralbanken durch ein alternatives Geldmarktsystem in ihrer Souveränität angegriffen fühlen, könne der Bitcoin als unabhängige Kryptowährung einen schweren Stand haben: „China und einige andere Länder gehen sogar noch weiter und gehen recht energisch gegen Kryptos vor. Außerdem zeichnet sich eine globale Debatte darüber ab, ob Kryptos ein Risiko für die Finanzstabilität insgesamt darstellen könnten.“

Auch wenn sich die Kommentierenden in ihren Beiträgen recht einig waren, dass es vor allem große Unterschiede zwischen den Assets gibt, verwies CAPinside-Expertin Carmen Weber auf die Vorteile, die diese Differenz in einem Portfolio durchaus haben kann. Mit Korrelationen hat das aber nur wenig zu tun. „Viel eher geht es um die Frage, ob man wirklich eine Alternative zum zentralbankgesteuerten Finanzsystem braucht. Warum sonst sollten Anleger solche extremen Kursabschläge wie im Mai akzeptieren?“, warf Weber als Frage auf und ergänzte: „Dabei geht es nicht um den praktischen Nutzen des Bitcoin als Zahlungsmittel, sondern um einen Schutz gegen die schleichende Enteignung durch Inflation.“


Krypto-Assets und Bitcoin müssen sich bewähren

Und sowohl Gold als auch Bitcoin können laut Weber diesen Schutz bieten. Warum also nicht beide in einem Portfolio kombinieren? Mit steigender Inflation dürfte schließlich der Druck auf Sachwerte steigen und Aktien wären nicht mehr ganz alternativlos. Die Diversifikation und Kombination von Bitcoin und Gold bietet einen entscheidenden Vorteil, meint Weber: „Diversifikation bedeutet übrigens nicht, ausschließlich Gewinner im Depot zu haben, sondern die unterschiedliche Zyklik verschiedener Märkte für sich zu nutzen.“

Bleibt die Frage, ob der Bitcoin und andere Krypto-Assets die in sie gesetzten Hoffnungen als Inflationsabsicherung oder weit verbreitetes, alternatives Zahlungssystem erfüllen können. Die Daten aus der Blockchain würden darauf eine klare Antwort geben, erklärt Erik Swords, Portfoliomanager bei BNY Mellon Asset Management. „Die Anzahl der ‚Use Cases‘, die wir für die Blockchain sehen, steigt exponentiell über alle Geschäftsbereiche hinweg, jetzt, da potenzielle Nutzer mehr über die möglichen Vorteile der Blockchain erfahren“, so der Experte, der überzeugt ist, dass der Markt und seine Anwendungen weiter wachsen werden, in einem Artikel von Heino Reents. „Die Größe und das Ausmaß der Blockchain-Märkte sind potenziell riesig und die Beschleunigung der digitalen Transformation, die Konvergenz der Technologien und der Generationswechsel sind der Schlüssel für ihr zukünftiges Wachstum und ihren Erfolg“, fasste Swords zusammen.


Neue Debatte für eine neue Altersvorsorge

Zukünftiges Wachstum und Erfolg sind allerdings auch Stichworte, die gut auf die kommende und neue CAPinside-Trend Debatte überleiten. Denn: Altersvorsorge für die Zukunft wird immer schwieriger. Mit Blick auf die Bundestagswahlen bemühen sich auch teilweise die Parteien um neue Ansätze, um die Rente der noch arbeitenden Generationen zu sichern. Wir wollen deshalb von Ihnen als CAPinsider wissen, welche Lösungen Sie für die Probleme zwischen Demografie und Vorsorge bevorzugen – und ob Sie vielleicht sogar ganz neue und andere Ansätze für die Zukunft haben? Stimmen Sie ab und schicken Sie uns Ihren Debattenbeitrag!


Thema der CAPinside-Trend Debatte in diesem Monat: 

Die Rente bröckelt, Riester ist tot: Wie klappt die Altersvorsorge noch? 

Wir freuen uns auf Ihre Stimme und Ihren Debattenbeitrag! 

Schreiben Sie einfach eine CAPinside-Direktnachricht an die CAPinside-Redaktion um Jan Bykowski, Thomas Olbrisch oder Julia Thiem.




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