CAPinside-Trend Debatte: Inflationsschutz durch Gold? Oder doch lieber das “neue Gold”?

Plötzlich sind Kryptos – zumindest regulatorisch – sogar eine Alternative für Spezialfonds. Es scheint, als würde das Thema Bitcoin & Co. für immer mehr Investoren zur ernsthaften Alternative werden. Sind die Kryptos wirklich das neue Gold?

Regierungen und Zentralbanken scheinen ihren Ton gegenüber Kryptos fast wöchentlich zu ändern. Viele Kommentare der Fed in den letzten Wochen haben auf große Bedenken der Zentralbanker hingedeutet, die natürlich ihr Geldmonopol kontrollieren wollen. Da ist kein Platz für ein Paralleluniversum. Und das müssen nach Ansicht der Zentralbanken alle Marktteilnehmer akzeptieren. China und einige andere Länder gehen sogar noch weiter und gehen recht energisch gegen Kryptos vor. Außerdem zeichnet sich eine globale Debatte darüber ab, ob Kryptos ein Risiko für die Finanzstabilität insgesamt darstellen könnten.


Krypto kein Stabilisator

Eines ist sicher: Kryptos sind enorm volatil und können kaum als normaler Vermögenswert, Währung oder Anlageklasse bezeichnet werden. Bitcoin und Ether weisen eine Volatilität von fast 100 Prozent auf – verglichen mit Gold, das eine Volatilität von unter 20 Prozent p.a. aufweist. Das Edelmetall ist hochwertig, das Edelmetall ist verlässlich. Gold bleibt. Und das seit mehr als 5.000 Jahren – als Zahlungsmittel, als wertvoller Rohstoff und natürlich als Anlage.

Und Gold ist ein sicherer Hafen in Krisen. Zuletzt stieg der Goldpreis 2010 von Rekord zu Rekord. Vor allem die Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise trieb das Edelmetall. Die Nachfrage der Anleger bescherte Gold im Gesamtjahr ein sattes Plus von fast 30 Prozent. Mit den jetzt aufkommenden Inflationsängsten stieg Gold über 10 Prozent in den vergangenen drei Monaten und steht mit einem Preis von rund 1.900 US-Dollar nahezu unverändert gegenüber dem Stand am Jahresbeginn. Entscheidend für die Goldpreise sind jedoch nicht die Steigerungen der Verbraucherpreis an sich, sondern die Realzinsen, die seit Mitte März deutlich gefallen sind. Zwar sind keine Leitzinserhöhungen zu erwarten, aber eine restriktivere Geldpolitik durch weniger Stimulus in der Zukunft, dürfte die Rallye erst mal wieder bremsen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Kryptos aufgrund der hohen Volatilität und seiner (finanz)politischen Risiken nicht als Stabilisator für ein Depot in Betracht kommen.