Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank DONNER & REUSCHEL im Interview

Herr Mumm, welche Herausforderungen sehen Sie aktuell für Investoren?

Wir befinden uns in einer bemerkenswerten Situation voller Paradoxien. Noch nie ging es uns so gut, noch nie waren die Volkswirtschaften reicher, trotzdem gab es noch nie so viel Anlass zur Sorge – vom Klimawandel bis zur Kriegsgefahr. Es ist schwer zu begreifen, warum die Welt politisch auf Abschottung ausgerichtet ist. Dabei war die Welt technologisch noch nie stärker vernetzt. Selten musste entschlossener gehandelt werden, doch selten wurde zögerlicher gehandelt als heute. Wenn selbst Deutschland ein halbes Jahr zur Regierungsbildung braucht…..

Was heißt das konkret?

Das Problem ist: Das aktuelle Zeitalter wird sich wahrscheinlich durch die aufgezeigten Widersprüche stark ändern, aber das Neue ist bis jetzt unbekannt. Die Globalisierung steht vor einer politischen Neuordnung, die Digitalisierung bedeutet eine technologische Revolution. Einige Beobachter meinen, der bevorstehende technologische Übergang ist so radikal, wie es zuletzt die Industrialisierung gewesen ist. Dem würde ich zustimmen.

Welche konkreten Anzeichen sehen Sie dafür?

Unter den weltweit größten Unternehmen tauchen nach Marktkapitalisierung nur noch wenige traditionelle Unternehmen auf wie der Ölkonzern Exxon Mobil oder Johnson & Johnson. Digitale Geschäftsmodelle wie Facebook und Google sind zu Multi-Milliarden-Konzernen geworden, die ihre Macht immer deutlicher ausspielen. Die chinesischen Web-Giganten kommen jetzt noch dazu. Der Hype um die Krypto-Währung Bitcoin ist ein weiteres Beispiel, das wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen.

Wie sollen Anleger reagieren?

Wegschauen wäre die falsche Alternative. Ich bin überzeugt, dass gerade Anleger die technologischen Möglichkeiten nutzen sollten, die heute zur Verfügung stehen. Denn die Fülle der heute nutzbaren Daten, und die Geschwindigkeit, mit der sie real time aktualisiert werden, das kann kein menschlicher Analyst ohne IT-Unterstützung umfassen. Das fängt bei Markt- und Indexdaten an und hört bei volkswirtschaftlichen Analysen noch lange nicht auf. Daher haben wir uns bei DONNER  & REUSCHEL mit der SpeedLab-Technologie verstärkt, die uns genau bei diesem Punkt unterstützt.

Wie genau wird SpeedLab-Technologie bei DONNER & REUSCHEL eingesetzt?

Die SpeedLab-Software unterstützt uns bei der Bewältigung der Fülle an kapitalmarktrelevanten Informationen. Das passt ideal, da DONNER & REUSCHEL von jeher ein von systematischen Anlagestrategien geprägtes Haus ist. Die Investmentfonds-Familie „D&R SpeedLab eQuant“ ist die logische Fortführung unserer bestehenden, sehr erfolgreichen Asset Management Modelle.

Wie muss man sich das in den Fonds vorstellen?

Sogenannte eAnalysten ermitteln permanent Anlagevorschläge für ausgewählte Märkte –  kontinuierlich, in jeder Marktlage, für jede Strategie, bei steigenden und fallenden Kursen. Das heißt, dass wir durch die Software-Unterstützung wahrscheinlich die größte Analysten-Truppe der Welt zur Verfügung haben, ohne riesige Handelssäle füllen zu müssen.

Also wird DONNER & REUSCHEL eine digitale Bank?

Nein, Anleger bekommen hier das Beste aus beiden Welten. Die Fonds werden mit der besten technologischen Unterstützung gesteuert, die es am Markt gibt. Die Umsetzung der Transaktionen nehmen jedoch nach wie vor unsere Portfoliomanager vor. Zudem stehen unseren Kunden natürlich menschliche Berater zur Verfügung, um bei der Portfoliokonstruktion oder der ganzheitlichen Finanzplanung zur Seite zu stehen. So stellen wir uns den Übergang in das neue Zeitalter vor.