China führend in Blockchain-Patentanmeldungen

Es stellte sich heraus, dass der aufstrebende Konzern Alibaba innerhalb eines Jahres 90 Patente einreichte, die mit der Blockchain in Verbindung stehen. Knapp dahinter befindet sich IBM. Hier kam es zu 89 Anmeldungen von neuem geistigem Eigentum. Den Bronzeplatz nimmt der Kreditkartenhersteller Mastercard ein, der sich 80 Rechte eintragen ließ. Nur eine Position dahinter ist das Bankhaus „Bank of America“ gelistet, das 53 neue Einträge vorweist. Auf dem fünften Rang folgt die People's Bank of China. Sie verfolgt ein Projekt, für eine eigene Digitalwährung, welche durch das Bankhaus gesteuert wird. Damit würde die chinesische Regierung direkt auf diesen Markt vordringen und eine eigene, staatliche Kryptowährung auf den Markt bringen.


Der Trend, der sich daraus ergibt

Die Daten zeigen dabei, dass China bei der Neuanmeldung führend ist. Im Jahr 2017 kam es allein aus dem Reich der Mitte zu 225 Neupatentierungen. Dahinter folgen die USA mit 91 und Australien mit nur noch 13 Registrierungen. Dabei gibt es einen interessanten Widerspruch. Die Verantwortlichen der Volksrepublik haben sich für einen harten Kurs entschieden, wenn es um Kryptowährungen geht. Es kam zu vielen Einschränkungen und behördlichen Regulierungen, durch welche etwa der Handel mit Digitalwährungen deutlich schwieriger geworden ist. Auch der Gründer von Alibaba, Jack Ma, ist dafür ein Beispiel. Er ist ein öffentlicher Unterstützer der Blockchain und die treibende Kraft damit es in seinem Unternehmen zu einer Nutzung und Erforschung dieser Technologie kommt. Dennoch zeigt er eine gewisse Skepsis, wenn es um Kryptowährungen geht. Hier stellt sich die Frage, ob dies eine klare Haltung ist, oder ob er diese Einstellung gewählt hat, damit es zu keinen Schwierigkeiten mit den Landesverantwortlichen kommt.


Auch IBM sieht in der Blockchain-Technologie ein großes Potenzial und erweitert sein Engagement in diesem Bereich. So konnte der Konzern einen Vertrag über 5 Jahre mit der australischen Regierung abschließen, dessen Wert bei ungefähr 637 Millionen Euro liegt. Hauptsächlich umfasst der Deal eine Verbesserung der Datensicherheit bei Blockchain-Angeboten und anderen Technologien. Auch die Automatisierung von Regierungsvorgängen und dem Informationsfluss innerhalb und zwischen Behörden sind dabei ein wichtige Bestandteile. Hier geht es besonders um landesinterne Angelegenheiten, aber auch um die Verteidigung.


Europa taucht nicht in der Spitzenregion auf

Auffallend und problematisch zugleich ist das schlechte Abschneiden der EU. Der wichtige Handels-, Wirtschafts-, und Finanzplatz nimmt keine führende Position ein und scheint hier den Anschluss zu verpassen. Die Wettbewerbsfähigkeit in diesem Sektor ist gering, obwohl dieser Bereich viele Potenziale bietet und sich damit Investitionen lohnen. Kommt es hier nicht schnell zu einer Änderung, dann übernehmen andere Regionen und Nationen die Führungsrolle. Diese etablieren sich dann eher als Handelsmärkte und Technologielieferanten, wodurch die Wirtschaft schnell wächst. Es stellt sich die Frage, ob es sich in Europa auf Grund der vielen Regulierungen um ein strukturelles Problem handelt oder die Unternehmen die Möglichkeiten noch nicht entdeckt haben.