China reicht die meisten Blockchain-Patente ein

Die Blockchain-Technologie gilt als eine der neusten und aussichtsreichsten Neuerungen zur Sicherung von Daten und Transaktionen. Viele Start-ups setzen aus diesem Grund auf die Blockchain und lassen sich die neusten technologischen Ansätze patentieren. Allein im vergangenen Jahr konnte sich die Anzahl der Patentierungen verdreifachen. Ein Großteil der Patente wurde zudem von chinesischen Unternehmen eingereicht.

China meldet die meisten Blockchain-Patente an

Laut einer Pressemeldung von Reuters steig die Anzahl der Patentanmeldungen, die einen Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie aufweisen, im vergangen Geschäftsjahr auf 406. Allein 225 Anmeldungen wurden dabei von chinesischen Unternehmen eingereicht. Aus der USA wurden weitere 91 Patente angemeldet. Etwas abgeschlagen ist hingegen Australien mit 13 eingereichten Patenten. Basierend auf den Zahlen der World Intellectual Property Organization liegt China bei den globalen Patentanmeldungen auf Platz zwei und muss sich lediglich den USA geschlagen geben. Bei einer Blockchain handelt es sich um eine Liste von Datensätzen, die kontinuierlich erweitert werden kann und durch ein kryptografischen Verfahren verschlüsselt wird. Alle getätigten Transaktionen einer Kryptowährung werden in diesen Datensätzen abgespeichert. Des Weiteren können die Nutzer alle Transaktionen einsehen, sodass eine Manipulation nahezu unmöglich wird.

Die führende Rolle Chinas bei den Patentanmeldungen basiert vor allem auf der wichtigen Rolle des Landes bei der Entwicklung des Bitcoin-Netzwerkes. Mittlerweile kommt ein Großteil der Miner aus China.

Geschwindigkeit bestimmt das aktuelle Marktumfeld

Laut Alex Batteson, einem Analysten von Reuters, basiert der rasante Anstieg der Patentanmeldungen auf der hohen Geschwindigkeit, die die Unternehmen bei der Ideenfindung vorweisen. Jedes neue Geschäftsmodell könnte in Zukunft den Markt maßgeblich verändern, sodass Unternehmen aus der Technologiebranche diese Ideen entsprechend schützen möchten. Bei einem genaueren Blick auf die Statistik fällt auf, dass die meisten Patente um die Blockchain-Technologie zwischen 2012 und 2017 aus China kamen. Sechs der Top 9 Unternehmen, die sich mit der Blockchain beschäftigen, kamen demnach aus China. Die meisten Patente konnte hierbei Beijing Technology Development verbuchen. Doch die Anzahl der Patentanmeldungen ist kein Indikator für den Erfolg der Technologie, denn nicht jedes Patent wird am Ende einen praktischen in der Wirtschaft bieten können. Dennoch sind Patente ein wichtiges Werkzeug, um den Wert einer Firma gegenüber Investoren zu erhöhen. Für ein Unternehmen bedeutet ein Patent ein Alleinstellungsmerkmal und hilft bei der Differenzierung von der Konkurrenz.

Staatliches Interesse an der Blockchain

Insbesondere die chinesische Regierung hat ein großes Interesse an der Weiterentwicklung der Blockchain-Technologie im eigenen Land. Bisher galt China als günstiger Produktionsstandort und als lukrativer und wachsender Absatzmarkt. Mit der Forschung und Weiterentwicklung der Blockchain kann China die Vorreiterrolle in diesem Bereich übernehmen und gegenüber anderen Volkswirtschaften aufholen. Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie unterstreicht diese Zielsetzung durch die Publikation einer internen Liste, welche Zielsetzungen zur optimalen Förderung und Entwicklung der Technologie beinhaltet.

Aufgrund des außergewöhnlich hohen Stromverbrauchs nimmt die Regierung jedoch auch eine skeptische Haltung ein, die sich vor allem auf das Mining konzentriert. Mittel- bis langfristig wird das Mining in China eine untergeordnete Rolle einnehmen. Dies ist jedoch auch ein positives Statement für die Technologie, die im Endeffekt mehr als nur Bitcoin ist.