China senkt Einfuhrzölle für Autos von 25 auf 15 Prozent

Im Rahmen des Handelsstreits macht nun auch Peking ein Eingeständnis, denn fortan wird China geringere Importzölle auf ausländische Fahrzeuge veranschlagen. Die Regierung teilt mit, dass die Zölle auf importierte Fahrzeuge von 25 auf 15 Prozent gesenkt werden.

Einfuhrzölle für ausländische Autobauer werden gesenkt 

Das chinesische Finanzministerium teilt am 22.05.2018 mit, dass die erhobenen Importzölle auf ausländische Fahrzeuge ab dem 1. Juli von derzeit 25 Prozent auf 15 Prozent gesenkt werden. Autoteile werden aktuell mit acht bis 25 Prozent besteuert und sollen demnach mit lediglich sechs Prozent besteuert werden. Die chinesische Regierung deutete diesen Schritt bereits auf dem Volkskongress im vergangenen März an, nannte jedoch keine weiteren Details. Für viele Länder ist dies ein Erfolg, denn schon lange wurde die Regierung aufgefordert für fairere Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Auch deutsche Automobilhersteller können von diesen Senkungen profitieren und ihre Modelle günstiger anbieten. Insbesondere im Vergleich zu chinesischen Fahrzeugen weisen die deutschen Fabrikate hohe Kosten auf. Aktuell gilt China als der größte Automobilmarkt der Welt und ist außerordentlich wichtig für den Erfolg der deutschen Automobilhersteller. Kurzfristig reagierten die Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen mit Kursgewinnen.

 

Weitere Revolutionen auf dem chinesischen Markt geplant 

Bis heute müssen ausländische Autobauer ein Joint Venture mit einem chinesischen Unternehmen gründen, um auf dem chinesischen Markt Fahrzeuge zu produzieren. Der Gewinn wird anschließend geteilt. Wird dieser Schritt nicht gegangen, so werde Zölle auf die importierten Fahrzeuge erhoben.

Doch bereits im April teilte die chinesische Regierung mit, dass die internationalen Automobilhersteller in Zukunft mehr als nur 50 Prozent einer chinesischen Gesellschaft halten können und somit die Gründung einer Gemeinschaftsfirma nicht mehr notwendig sein wird.

Der größte Automobilhersteller Volkswagen lieferte laut eigenen Angaben mehr als 4,18 Millionen Fahrzeuge in China aus. Hiervon wurden lediglich 189.000 Fahrzeuge importiert. BMW importierte dahingegen einen wesentlich größeren Anteil, denn rund ein Drittel der 600.000 verkauften Fahrzeuge wurden vom bayrischen Hersteller importiert. Schlussendlich werden beide Hersteller von der Öffnung des Marktes profitieren. Experten von BMW erwarten nun sogar eine dynamischere Marktentwicklung.

Für Experten ist die Senkung der Zölle ein Zugeständnis der chinesischen Regierung. Durch die Zollsenkung kann das bestehende Handelsdefizit gegenüber anderen Ländern gesenkt werden. Im Vorfeld zur Meldung teilte Donald Trump mit, dass China mit Strafzöllen von rund 150 Milliarden US-Dollar belegt werden könnte, sollte das Land keine faireren Wettbewerbsbedingungen schaffen.