China: Strafzölle auf SUVs sollen gesenkt werden

US-Präsident Donald Trump hält die Weltwirtschaft weiter in Atem. In seinem Handelsstreit mit China und der EU kann es mittel- und langfristig nach gängiger ökonomischer Lehre nur Verlierer auf allen Seiten geben.

Noch ist das dem amerikanischen Wahlvolk nicht aufgefallen, da es derzeit einen ablenkenden, lang ersehnten Wirtschaftsaufschwung erlebt. Allerdings aus anderen Gründen. Die Reaktion des Riesenreichs Chinas auf amerikanische Importzölle treffen jedenfalls jetzt schon amerikanische und europäische KMU und Konzerne.

So ist auch das Herzstück der deutschen Industrie betroffen: die Automobilunternehmen. Denn BMW, Daimler und VW produzieren u. a. in den USA und exportieren von dort nach China. Konsequenz Trump'schen Handelns: China hat die Zölle für US-produzierte Autos von 15 auf 40 Prozent erhöht. Der drastische Strafzoll macht somit BMW- und Daimler-SUVs erheblich teurer in China. Höherer Preis - geringerer Absatz, so die einfache Formel. Und damit ein Gewinneinbruch. BMW etwa musste in diesem Jahr schon Strafzölle in Höhe von von 300 Mio. EUR verkraften.


China geht auf Trump zu

Doch nun hat Chinas Vize-Premier Liu He das Heft in die Hand genommen und in einem Telefongespräch das Absenken der Zölle auf das vorherige Maß angeboten. Gesprächspartner waren Steve Mnuchin - US-Finanzminister - und Handelsbeauftragter Robert Lighthizer.
Es könnte somit eine erneute Wendung zum Wohle der deutschen Autobauer geben. BMW stellt jährlich etwa 100.000 SUVs in den USA her, die nach China verschifft werden. Einfach den Standort verschieben, gestaltet sich schwierig, denn die Modelle in den USA werden größtenteils nur dort produziert. Die Produktionsstraßen, die Zulieferketten und die speziell geschulten Mitarbeiter lassen sich nicht von heute auf morgen in ein anderes Land verschieben. Zudem könnte Donald Trump demnächst eine ganz neue Idee twittern. 


Trumps Importbeschränkungen auf deutsche Autos nicht vom Tisch

Auch Daimler, der in Tuscaloosa, Alabama, schwere SUVs für den chinesischen Markt herstellt, ist von den chinesischen Strafzöllen stark betroffen. Die Schwaben mussten ihre Gewinnerwartungen schon nach unten schrauben. Nur VW ist nicht ganz so beklommen, da der Großteil der für China bestimmten Wagen auch dort produziert wird. Natürlich unterhält VW auch einen Standort in den USA. In Chattanooga (Tennessee) werden derzeit der Passat und der Atlas von ca. 2400 Beschäftigten montiert.

Fabriken in den USA sind derweil immer wieder ein gutes Argument der deutschen Autobosse in Gesprächen mit dem Weißen Haus bezüglich der angedrohten Strafzölle auf deutsche Waren. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen und so werden sich Aktionäre weiterhin auf Überraschungen einstellen müssen.